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GEA führt wasserhydraulische Hydract-Antriebstechnologie als neue Option im modularen VARIVENT-Ventilsystem ein
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Präzise Ventilpositionierung ermöglicht kontinuierliches Inline-Blending und eine spätere Produktdifferenzierung
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Im industriellen Einsatz reduziert die Technologie den Strombedarf für den Ventilantrieb um mehr als 95 Prozent
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Carlsberg-Beispiel zeigt Potenzial: im Greenfield-Szenario sinkt der Bedarf an Bright Beer Tanks von 26 auf 14, die durchschnittliche Tankauslastung steigt von 54 auf 90 Prozent

GEA integriert die Hydract-Antriebstechnologie in ausgewählte VARIVENT Einsitz-, Umschalt- und Doppelsitzventile. Bild: GEA
GEA integriert die wasserhydraulische Hydract®-Antriebstechnologie in sein VARIVENT®-Ventilportfolio. Zum Marktstart wird sie zunächst für ausgewählte Einsitz-, Umschalt- und Doppelsitzventile verfügbar. GEA hatte die Hydract-Technologie zuvor übernommen und führt sie nun als zusätzliche Antriebsoption innerhalb des etablierten VARIVENT-Systems ein. Da VARIVENT-Ventile branchenübergreifend im Einsatz sind, richtet sich die neue Antriebsoption nicht nur an Brauereien und Getränkehersteller, sondern etwa auch an Molkereien und andere Produzenten mit hohen Anforderungen an hygienische Prozessregelung.
Hydract ersetzt die Druckluft für den Ventilantrieb durch ein geschlossenes Hydrauliksystem mit aufbereitetem Wasser beziehungsweise einem zugelassenen Wasser-Glykol-Gemisch. Eine kompakte Pumpstation versorgt die Ventile über Vor- und Rücklaufleitungen. Da das hydraulische Medium praktisch nicht komprimierbar ist, lässt sich die Ventilposition auch bei wechselndem Prozessdruck und schwankendem Durchsatz stabil regeln.
Für Brauereien eröffnet diese Regelgenauigkeit insbesondere beim Inline-Blending neue Möglichkeiten. Produktströme können kontinuierlich miteinander verschnitten werden. Dadurch lassen sich gemeinsame Bierbasen länger im Prozess nutzen und Produktvarianten erst näher an der Abfüllung erzeugen. Messungen aus dem industriellen Einsatz bei Carlsberg zeigen, dass Brix, Alkohol und CO₂ auch bei deutlichen Durchsatzänderungen stabil geregelt werden können.
Weniger Produktzustände im Tank
Die Auswirkungen zeigt das Beispiel der Carlsberg-Brauerei in Fredericia, Dänemark. Dort kommt die Technologie seit Jahren im industriellen Betrieb zum Einsatz. High-Gravity-Biere werden aus mehreren Tanks kontinuierlich verschnitten und direkt Richtung Abfüllung geführt. Die Ventile in der Tankmatrix übernehmen dabei zugleich Regelaufgaben.
In einem auf diesem Prinzip basierenden Anlagenkonzept sinkt der Bedarf an Bright Beer Tanks von 26 auf 14. Die durchschnittliche Tankauslastung steigt von 54 auf 90 Prozent. Gleichzeitig verkürzt sich die Vorlaufzeit bis zur Abfüllung von Wochen auf Stunden. Der geringere Tankbedarf und die geringere Zahl gleichzeitig vorgehaltener Fertigprodukte reduzieren zudem den Reinigungsaufwand.
Gerade bei saisonalen Produkten und wechselnder Nachfrage verändert das die Produktionsplanung. Carlsberg kann zusätzliche Produktmengen durch das späte Blending innerhalb weniger Stunden bereitstellen, statt komplette Varianten Wochen im Voraus auf Basis einer Absatzprognose zu produzieren und dafür Tankkapazität zu blockieren.
„Präzise Ventilregelung gibt uns bei der Prozessgestaltung deutlich mehr Spielraum“, sagt Bastian Tolle, Head of Business Development & Digitalization in der GEA Business Unit Valves & Pumps. „Produktvarianten können später entstehen, vorhandene Tanks lassen sich besser auslasten und neue Anlagen mit weniger Puffer- und Tankkapazität planen. Für Brauereien mit wachsenden Produktportfolios ist das ein sehr konkreter wirtschaftlicher Hebel.“

Hydract-Ventile mit wasserhydraulischer Antriebstechnologie arbeiten bei Carlsberg in Fredericia gemeinsam mit pneumatisch betätigten Ventilen. Im Bild: Robert Collins, Director, Product Development & Operations – Hydract Technology. Bild: GEA
95 Prozent weniger Strom für die Ventilbetätigung
Neben der Prozessflexibilität wirkt sich der Wechsel von Druckluft auf Hydraulik deutlich auf den Energiebedarf aus. Für den Carlsberg-Einsatz weist GEA eine Reduzierung des elektrischen Energieverbrauchs für den Ventilantrieb von mehr als 95 Prozent aus. Ursache ist vor allem, dass die energieintensive Erzeugung von Druckluft für diese Prozessventile entfällt.
Bei neuen Anlagen kann dadurch auch die Druckluftinfrastruktur kleiner dimensioniert werden. In Brauereien wird Druckluft für andere Anwendungen weiterhin benötigt, der Bedarf für große Ventilbestände kann jedoch erheblich sinken.
Retrofit statt Komplettumbau
Hydract ist nicht auf Greenfield-Anlagen beschränkt. Die Technologie lässt sich auch auf bestehende Prozessventile umrüsten und kann innerhalb einer Anlage gemeinsam mit pneumatisch betätigten Ventilen betrieben werden. Carlsberg nutzt beispielsweise beide Antriebsarten parallel. GEA sieht darin insbesondere für Brownfield-Projekte die Möglichkeit, einzelne Prozessbereiche gezielt dort umzurüsten, wo hohe Regelgenauigkeit oder kontinuierliches Blending zusätzlichen Nutzen bringen.
Ein vollständiger Wechsel von Pneumatik auf Hydraulik ist weder erforderlich noch für jede Anwendung sinnvoll. Pneumatische Ventile bleiben für zahlreiche Standard- und Utility-Anwendungen die etablierte Lösung. Hydract ergänzt dieses Portfolio dort, wo präzise Regelung, Prozessflexibilität oder ein reduzierter Druckluftbedarf wirtschaftlich relevant werden – eine Abwägung, die sich in der Milch- und Getränkeindustrie gleichermaßen stellt.
„Mit den Hydract-Ventilen können wir den Prozess auch bei geschlossenem Ventil präzise regeln. Das gibt uns bei Carlsberg die Möglichkeit, Produktvarianten erst kurz vor der Abfüllung herzustellen. So halten wir weniger Bestände vor, steigern damit die Effizienz in der Abfüllanlage, produzieren bedarfsgerecht und just in time und reduzieren zugleich Produktverluste“, sagt Anders Kokholm, Leiter Brau- und Qualitätsmanagement der Carlsberg Supply Company, Dänemark.
Start mit vier VARIVENT-Ventiltypen
Zum Marktstart integriert GEA die Hydract Actuation Technology zunächst in die VARIVENT Einsitzventile Typ N, Umschaltventile Typ W sowie die Doppelsitzventile Typ R und D. Weitere Ventiltypen sollen schrittweise folgen.
GEA stellt die neuen Ventile auf der BrauBeviale vom 10. bis 12. November 2026 in Nürnberg, Halle 9, Stand 362, vor.
GEA Hydract live auf der BrauBeviale
Tech Espresso: What if we stop using air?
10. November 2026, 14:30–14:50 Uhr GEA-Stand 9-362 20 Minuten mit Frederik Wellendorph zur Frage, was wasserhydraulische Ventilbetätigung in Brauereien tatsächlich verändert: von Energiebedarf und präziser Regelung bis zu Inline-Blending und später Produktdifferenzierung.Morning Insight: More breathing room for breweries
11. November 2026, 09:00–09:45 Uhr GEA-Stand 9-362 Drei kurze Reality Checks zu den Fragen, wo in bestehenden Brauereien noch wirtschaftlicher Spielraum steckt: Effizienz, Kapazitätsnutzung und künftige Anlagenkonzepte. Mit Praxisbeispielen zu Energieflüssen, später Produktauslegung und Hydract.Main Stage: See hydraulic precision in action
11. November 2026, 16:30–17:00 Uhr Main Stage, Halle 9 Frederik Wellendorph zeigt, wie stabile, druckunabhängige Ventilregelung neue Freiheitsgrade in der Prozessgestaltung schafft – von Inline-Blending und bedarfsgerechter Produktion bis zu neuen Anlagenkonzepten für Brauerei und Getränkeindustrie.Fanny Förster
Über GEA
GEA ist weltweit einer der größten Systemanbieter für die Nahrungsmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie.
Der 1881 gegründete und international tätige Technologiekonzern fokussiert sich dabei auf Maschinen und Anlagen sowie auf anspruchsvolle Prozesstechnik, Komponenten und umfassende Service-Dienstleistungen. So wird beispielsweise jeder zweite Pharmaseparator für essenzielle Gesundheitsprodukte wie Impfstoffe oder neuartige Biopharmazeutika von GEA hergestellt. Im Lebensmittelbereich wird jede vierte Nudelpackung oder jedes dritte Hähnchen-Nugget mit Technologie von GEA verarbeitet.
Mit mehr als 18.000 Beschäftigten erwirtschaftete der Konzern im Geschäftsjahr 2025 in über 150 Ländern einen Umsatz von rund 5,5 Mrd. EUR. Weltweit verbessern die Anlagen, Prozesse und Komponenten von GEA die Effizienz und Nachhaltigkeit in der Produktion von Kunden. Sie tragen erheblich dazu bei, den CO2-Ausstoß, den Einsatz von Plastik und Lebensmittelabfall zu reduzieren. Dadurch leistet GEA einen entscheidenden Beitrag auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft, ganz im Sinne des Unternehmensleitbildes: „Engineering for a better world“.
GEA ist im deutschen DAX und im europäischen STOXX® Europe 600 Index notiert und ist darüber hinaus Bestandteil der führenden Nachhaltigkeitsindizes DAX 50 ESG, MSCI Global Sustainability sowie Dow Jones Best-in-Class World.