Fachpressemitteilung - 17. Juli 2026

Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger mit den Vertretern der Unternehmen, die am 16. Juli 2026 im Prinz-Carl-Palais in München Förderbescheide aus dem Bayerischen Transformationsfonds erhielten. Die Förderung für das Forschungsprojekt SUD-2030 nahmen Jens Neidhardt und Dr. Daniel Heller entgegen. Foto: Bayerische Staatskanzlei
Hohe Würzekonzentrationen gelten als wichtiger Hebel für mehr Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Sudhaus von Brauereien: Je dichter die Würze, desto weniger Wasser muss im Prozess miterhitzt, -gekühlt oder zusätzlich aufbereitet werden. Das senkt den Energie- und Wasserbedarf pro produzierter Biermenge und ermöglicht gleichzeitig kompaktere, kostengünstigere Anlagen. Bestehende Läutersysteme stoßen beim sogenannten High-Gravity-Brauen jedoch an technische und wirtschaftliche Grenzen. Mit dem Forschungsprojekt SUD-2030 verfolgt GEA deshalb einen Ansatz, der die Prozessschritte Mahlen, Maischen und Läutern nicht getrennt, sondern als zusammenhängendes System betrachtet.
„Die Leistung eines Sudhauses wird nicht allein durch den Läuterprozess bestimmt. Mahlen, Maischen und Läutern beeinflussen sich gegenseitig – und genau darin liegt der Hebel. Statt einzelne Schritte zu optimieren, entwickeln wir sie als ein zusammenhängendes System“, sagt Daniel Heller, Project Manager Research & Development bei GEA. „So wollen wir Brauereien künftig mehr Spielraum bei Ressourceneinsatz und Anlagenkonzepten eröffnen.“
Der Läuterprozess prägt maßgeblich die Wirtschaftlichkeit eines Sudhauses: Er beeinflusst Produktionszeiten, Extraktausbeute, Würzequalität und Anlagenauslegung. SUD-2030 untersucht, wie sich die Voraussetzungen für den Läuterprozess bereits in den vorgelagerten Schritten Mahlen und Maischen gezielt verbessern lassen. Das Projekt soll neue Erkenntnisse für die Auslegung künftiger Sudhauskonzepte liefern und Potenziale für höhere Würzekonzentrationen bei gleichzeitig stabilen Prozessen erschließen.
Die Entwicklungsarbeiten reichen von Laboruntersuchungen über Versuche im Technikumsmaßstab bis zu einem Demonstrator unter industrienahen Bedingungen.
Das Projekt bündelt Kompetenzen aus Verfahrenstechnik, Anlagenentwicklung und Brautechnologie am GEA-Standort Kitzingen, wo das Unternehmen seit vielen Jahrzehnten Technologien für die internationale Brauindustrie entwickelt.
„Wir freuen uns sehr über die Förderung durch den Freistaat Bayern. Sie ermöglicht es uns, diesen anspruchsvollen Forschungsansatz systematisch vom Labor über das Technikum bis zu industrienahen Versuchen weiterzuentwickeln – und stärkt damit unsere Innovationsarbeit am Standort Kitzingen sowie die technologische Kompetenz des deutschen Anlagenbaus“, sagt Jens Neidhardt, Geschäftsführer GEA Liquid Technologies.
Für die wissenschaftliche Begleitung arbeitet GEA mit Forschungspartnern aus Bayern, unter anderem der Technischen Universität München, zusammen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen schrittweise in industrielle Anwendungen übertragen und unter realitätsnahen Bedingungen validiert werden.
Das Vorhaben wird von der Bayerischen Transformations- und Forschungsstiftung aus dem Transformationsfonds für bayerische Unternehmen im Umbruch gefördert.
GEA ist weltweit einer der größten Systemanbieter für die Nahrungsmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie.
Der 1881 gegründete und international tätige Technologiekonzern fokussiert sich dabei auf Maschinen und Anlagen sowie auf anspruchsvolle Prozesstechnik, Komponenten und umfassende Service-Dienstleistungen. So wird beispielsweise jeder zweite Pharmaseparator für essenzielle Gesundheitsprodukte wie Impfstoffe oder neuartige Biopharmazeutika von GEA hergestellt. Im Lebensmittelbereich wird jede vierte Nudelpackung oder jedes dritte Hähnchen-Nugget mit Technologie von GEA verarbeitet.
Mit mehr als 18.000 Beschäftigten erwirtschaftete der Konzern im Geschäftsjahr 2025 in über 150 Ländern einen Umsatz von rund 5,5 Mrd. EUR. Weltweit verbessern die Anlagen, Prozesse und Komponenten von GEA die Effizienz und Nachhaltigkeit in der Produktion von Kunden. Sie tragen erheblich dazu bei, den CO2-Ausstoß, den Einsatz von Plastik und Lebensmittelabfall zu reduzieren. Dadurch leistet GEA einen entscheidenden Beitrag auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft, ganz im Sinne des Unternehmensleitbildes: „Engineering for a better world“.
GEA ist im deutschen DAX und im europäischen STOXX® Europe 600 Index notiert und ist darüber hinaus Bestandteil der führenden Nachhaltigkeitsindizes DAX 50 ESG, MSCI Global Sustainability sowie Dow Jones Best-in-Class World.