27. Juli 2026
Die Zukunft der Milchviehhaltung hängt nicht allein von Innovationen ab. Sie erfordert Zusammenarbeit, Wissensaustausch und ein tiefes Verständnis für die sich wandelnden Anforderungen von landwirtschaftlichen Betrieben. Durch die enge Zusammenarbeit mit Milchviehhaltern und Organisationen wie European Dairy Farmers (EDF) trägt GEA dazu bei, die Herausforderungen der Branche in praktische Lösungen für produktivere, nachhaltigere und resilientere Milchviehbetriebe umzusetzen.


Hunderte der fortschrittlichsten Milchviehhalter Europas trafen sich in diesem Jahr in Chester, Großbritannien, zum EDF-Jahreskongress 2026. Als Sponsor und Technologiepartner nahm GEA an den Gesprächen teil, um neue Lösungen vorzustellen und vor allem direkt von den Erzeugern zu erfahren, welche Herausforderungen die Zukunft der Milchviehhaltung prägen.
Das diesjährige Gastgeberland, das Vereinigte Königreich, ist ein Paradebeispiel für den Wandel in der modernen Milchwirtschaft. Der Milchsektor des Landes umfasst rund 1,85 Millionen Milchkühe auf mehr als 10.000 Milchviehbetrieben und ist nach Angaben des „Agriculture and Horticulture Development Board“ nach wie vor eine der wichtigsten Milchproduktionsregionen Europas. Gleichzeitig zeichnet er sich durch eine bemerkenswerte Vielfalt aus. Die Betriebe reichen von weidebasierten Systemen, bei denen Effizienz und niedrige Inputkosten im Vordergrund stehen, bis hin zu hochautomatisierten Betrieben, die fortschrittliche Robotik, Datenanalyse und Präzisionsmanagement nutzen. Chester weist die höchste Konzentration an Milchkühen im Vereinigten Königreich auf.
Durch Workshops, Betriebsbesichtigungen und Gespräche mit Landwirten aus ganz Europa kristallisierte sich eine Botschaft deutlich heraus: Erfolgreiche Innovation beginnt damit, die Realitäten des landwirtschaftlichen Betriebs zu verstehen.
Die EDF bringt fortschrittliche Milchviehhalter zusammen, die ihre Leistungen vergleichen, Ideen austauschen und über die Zukunft der Branche diskutieren. Für GEA bietet die Teilnahme an diesen Diskussionen wertvolle Einblicke in die Herausforderungen, denen Landwirte gegenüberstehen, von Arbeitskräftemangel über Nachhaltigkeit bis hin zu Digitalisierung und Herdenmanagement, und trägt dazu bei, dass zukünftige Innovationen reale Probleme lösen.
Die fortschrittlichsten Ideen in der Milchviehhaltung entstehen selten im Alleingang. Sie entwickeln sich durch Diskussionen, Leistungsvergleiche und den Austausch praktischer Erfahrungen.

Gillian Fullerton-Smith, CattleEye, GEA Digital Solutions and Services

Jeroen Luiten, GEA Global Milking Expert
Als Sponsor des EDF-Jahreskongresses 2026 nutzte GEA die Gelegenheit nicht nur, um die Veranstaltung zu unterstützen, sondern auch, um durch zwei interaktive Workshops unter der Leitung von Experten aus den Bereichen Digital Solutions und Melktechnologie aktiv zum laufenden Branchendialog über die Zukunft der Milchwirtschaft beizutragen. Während sich die Themen auf das digitale Herdenmanagement und die Melkexpertise konzentrierten, war der rote Faden einheitlich: Technologie schafft nur dann einen Mehrwert, wenn sie Landwirten hilft, bessere Entscheidungen zu treffen und den täglichen Betrieb zu verbessern.
Da Milchviehbetriebe immer größere Datenmengen generieren, suchen viele Landwirte nach praktischen Möglichkeiten, diese Informationen in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Dieser Trend stand im Mittelpunkt des Digitalisierungsworkshops unter der Leitung von Josef Babilon, Produktmanager bei GEA Digital Solutions, der betonte, wie wichtig es sei, dass die Technologie den Landwirten nütze, anstatt die Abläufe noch komplexer zu machen.
Josef Babilon
Produktmanager bei GEA Digital Solutions

Josef Babilon, Produktmanager bei GEA Digital Solutions
Ebenso wichtig ist es, sicherzustellen, dass Innovationen die Menschen unterstützen, die auf dem Betrieb arbeiten. Während des Workshops zum Thema Milking Expertise ging Jeroen Luiten, Global Milking Expert bei GEA, der Frage nach, wie optimierte Abläufe, Ergonomie und Managementpraktiken auch in zunehmend automatisierten Umgebungen weiterhin einen direkten Einfluss auf das Tierwohl, die Arbeitseffizienz und die Rentabilität der Milchviehhaltung haben.
Jeroen Luiten
GEA Global Milking Expert
Über die Konferenzveranstaltungen hinaus konnten die Teilnehmer auch beobachten, wie innovative Ideen in der Praxis auf realen Betrieben umgesetzt werden. Zu den im Rahmen des EDF-Programms besuchten Betrieben gehörten zwei Betriebe, die GEA-Melktechnik einsetzen und unterschiedliche Ansätze für eine moderne Milchviehhaltung verfolgen.
Auf der Huntington Hall Farm, wird eine Herde von etwa 1.000 Holstein-Kühen in einem 72-Platz-Karussellmelkstand vom Typ GEA DairyRotor T8900 gemolken. Der Betrieb zeigt, wie Melktechnik mit hohem Durchsatz die Produktion unterstützen und gleichzeitig Konsistenz und Effizienz gewährleisten kann. Mit einer durchschnittlichen Milchleistung von rund 12.500 kg pro Kuh und Jahr veranschaulicht der Betrieb, wie Investitionen in moderne Infrastruktur zur Produktivität und Betriebsleistung beitragen.

Teilnehmer des Jahreskongresses der European Dairy Farmers (EDF) besuchen die Huntington Hall Farm.
Die Cotton Abbotts Farm hingegen zeigt einen anderen Weg zur Modernisierung auf. Der Betrieb setzt für seine 570-köpfige Holstein-Zuchtherde 10 GEA DairyRobot R9500-Systeme ein. Das Roboter-Melksystem bietet Flexibilität und ermöglicht gleichzeitig hohe Produktionsleistungen. Damit verdeutlicht es, wie Automatisierung den Landwirten helfen kann, personelle Herausforderungen zu bewältigen und die täglichen Arbeitsabläufe zu optimieren.

DairyRobot R9500 Systeme auf der Cotton Abbotts Farm

Austausch während der Betriebsbesuche
Obwohl sich die Produktionsmodelle erheblich unterscheiden, haben beide Betriebe eine gemeinsame Eigenschaft: die Bereitschaft, Innovationen als Mittel zur Verbesserung von Effizienz, Nachhaltigkeit und langfristiger Wettbewerbsfähigkeit zu nutzen.
Die Zukunft der Milchviehhaltung wird nicht allein von Technologieunternehmen geprägt werden. Sie wird auch nicht ausschließlich von Landwirten, Forschern oder Branchenverbänden bestimmt werden. Fortschritt entsteht, wenn diese Gruppen zusammenarbeiten.
Veranstaltungen wie der EDF-Kongress erinnern uns daran, dass Innovation am wertvollsten ist, wenn sie gemeinsam mit den Menschen gestaltet wird, die sie täglich nutzen. Die Gespräche in Chester werden dazu beitragen, die weitere Entwicklung der Lösungen von GEA für die Milchviehwirtschaft voranzutreiben und sicherzustellen, dass diese den praktischen Anforderungen moderner Betriebe gerecht werden und gleichzeitig Produktivität, Nachhaltigkeit und Tierschutz fördern.

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