Säfte und Smoothies zählen zu jeder Tageszeit zu unseren liebsten Durstlöschern und sind eine gute Möglichkeit, um hydriert zu bleiben. Ob wir eine Pause von der Arbeit machen, uns sportlich betätigen oder einfach nur mit einem Buch entspannen, der Griff zu einem unserer Lieblingsgetränke ist eine Selbstverständlichkeit. Die Regale und Kühlschränke der Supermärkte bieten dem gesundheitsbewussten Verbraucher heute eine riesige Auswahl an Obst- und Gemüsegetränken.

Bei aller Vielfalt an Zutaten und Rezepten sind viele der grundlegenden Herstellungsschritte für Säfte und Smoothies im Wesentlichen gleich, und zwar unabhängig davon, ob es sich bei dem Endprodukt um eine globale Marke oder um eine lokal produzierte regionale Spezialität handelt. Zu diesen gemeinsamen Schritten gehören typischerweise die Handhabung und Lagerung von Obst, Gemüse und anderen Zutaten, die Kühlung, die Wärmebehandlung (Pasteurisierung) sowie das Mischen und Vermengen der Zutaten nach einer festgelegten Rezeptur. Anschließend wird das Endprodukt in Flaschen, Dosen oder andere Behälter abgefüllt. Jede dieser Phasen erfordert ein Höchstmaß an Hygiene und Sicherheit. Daher wird viel Wasser und Energie für die Pasteurisierung und Kühlung sowie für die Reinigung der Anlagen benötigt.

Klimaneutrale Smoothie- und Saftproduktionsanlage

Klimaneutrale Säfte

Smoothie- und Saftgetränkehersteller innocent realisiert ein Projekt, das die Art und Weise verändern könnte, wie Nahrungsmittel und Getränke in Zukunft hergestellt werden: klimaneutral. Das Unternehmen investiert 250 Millionen US-Dollar (232 Millionen Euro) in eine neue klimaneutrale Saftproduktionsanlage im Hafen von Rotterdam, Niederlande, die innocent "Blender" nennt und die jährlich etwa 400 Millionen Flaschen gekühlten Saft produzieren wird. GEA ist einer der wichtigsten Technologiepartner für die Planung und den Bau des Großprojekts. Die Anlage wird voraussichtlich Mitte 2021 in Betrieb gehen und etwa 60 Prozent der Flaschen von innocent herstellen. Von Rotterdam aus wird innocent den europäischen Markt versorgen.

Keine fossilen Brennstoffe? Kein Problem

Innocent möchte durch diese Investition seinen gesamten CO2-Fußabdruck um zehn Prozent senken und etwa 25 Prozent der Straßenkilometer einsparen. Weil das Werk im Rotterdamer Hafen liegt, müssen die Zutaten nach Anlieferung nicht mehr weit transportiert werden. Die neue Anlage soll zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden und vor Ort gänzlich ohne fossile Brennstoffe auskommen. Innocent geht es jedoch nicht nur darum, den CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Vielmehr möchte der Smoothie-Hersteller eine umfassend nachhaltige Produktionsanlage schaffen, die so wasser- und energiearm wie möglich arbeitet und gleichzeitig Abfälle reduziert, wiederverwendet und recycelt. Gleichzeitig soll sie den zirka 190 Beschäftigen, die das Unternehmen einstellen wird, eine fantastische Arbeitsumgebung bieten.

Für Planung, Bau und Betrieb des Werks arbeitet innocent mit einem Team von Gleichgesinnten, die Vision einer umwelt- und menschenfreundlichen Fabrik teilen. GEA wird Anlagen und Prozesse für diverse Arbeitsschritte vom Rohstoffhandling bis hin zur Chargenmischung und Pasteurisierung liefern. GEA kümmert sich zudem um ressourcensparende Cleaning-in-Place-, Kühl- und Automatisierungstechnologien, die eine wesentliche Rolle spielen, wenn der Wasserverbrauch und Gesamtenergiebedarf so umfassend gesenkt, Abfallströme reduziert und Produktverluste – also Verschwendung – minimiert werden. Und Faktor „Entlastung der Menschen“: Modernste Prozesssteuerungs-Technologien von GEA erleichtern die Arbeit der Beschäftigten in der Produktion, indem sie wichtige Prozessparameter automatisch überwachen und steuern.

Nachhaltigkeit fest im Blick

CO₂-Fußabdruck verkleinern

Aus Sicht von GEA hängt das Erreichen der Klimaneutralität in der innocent-Anlage davon ab, wie viel Energie die Fabrik im Betrieb verbraucht. Vor allem darf diese Energie nicht verschwendet werden. Deshalb nutzt die neue Anlage intelligente GEA Technologien zur direkten und indirekten Wärmerückgewinnung aus einem Prozessbereich, um sie für andere Produktionsschritte wieder zu nutzen. Das senkt den Gesamtenergiebedarf und demnach den CO2-Fußabdruck.

Ein gutes Beispiel ist die Kühlung. Selbst die effizientesten Kühlsysteme erzeugen Wärme, die oft einfach verschwendet wird. Mit Technologien zur indirekten Energierückgewinnung kann diese Energie aufgefangen und in andere Prozesse umgeleitet werden, etwa zur Erwärmung des Wassers, das für die Pasteurisierung der Produkte verwendet wird. Die zur Wärmerückgewinnung eingesetzten Wärmepumpensysteme von GEA sind so effizient, dass innocent auf die heute in der Getränkeindustrie üblichen, mit fossilen Brennstoffen betriebenen Heizkessel komplett verzichten kann. „Wärmepumpen erzeugen Wärme durch Abwärme mit nur minimaler zusätzlicher elektrischer Leistung. Wenn also Grünstrom genutzt wird, sind fossile Brennstoffe völlig überflüssig und wir senken die Kohlenstoffemissionen auf Null", kommentiert Robert Unsworth, GEA Utilities Manager.

Ein großartiger Ort zum Arbeiten

„Wir gehen noch einen Schritt weiter: Wir entwickeln die Anlage hinsichtlich ihres optimalen Kälteprofils, um daraus wiederum das ideale Energieprofil zu erreichen", ergänzt Franz-Josef Helms, GEA Engineering Manager für das Projekt. „Mit unserem Wissen über das Produkt und die Technologien können wir den Pasteurisierungsprozess so optimieren, dass die zurückgewonnene Energie optimal genutzt wird“, so Henning Lossie, GEA Process Design and Project Manager. „Das Anlagenlayout und das Prozessleitsystem machen die tägliche Arbeit des Betriebsteams angenehmer und liefern gleichzeitig die Schlüsseldaten, um die Anlage so effizient wie möglich zu betreiben.“

GEA Technologien bieten auch fortschrittliche Clean-in-Place (CIP)-Systeme für die Reinigung und Desinfektion der Kernprozessanlagen, die einen wichtigen Teil der Anlagenwartung ausmachen. GEA integriert die innovative FluiVac-Wassernebeltechnologie des niederländischen Projektpartners Fluidor in CIP-Anlagen. So kann innocent mit weniger Wasser und CIP-Chemikalien reinigen. In der Summe führt all dies zu weniger Abfall und Ressourcenverbrauch.

„Alle diese Elemente sollen dazu beitragen, den Verlust von Rohstoffen und Produkten zu reduzieren, den Wasser- und Chemikalienverbrauch zu senken und die direkte Energierückgewinnung zu maximieren, was das Anlagendesign in Bezug auf die CO2-Bilanz auf ein neues Niveau hebt", führt Colm O'Gorman, Head of Sales & Offer Management, weiter aus. „Die maßgeschneiderte Abstimmung des Anlagendesigns an die Produkte und die prognostizierten Produktverkäufe bedeutet, dass wir den CO2-Fußabdruck für verschiedene Betriebsarten messen und vorhersagen können. Für unseren Kunden sind dies wertvolle Informationen.“

Sam Woollett, Engineering and Facilities Lead bei innocent, fügte hinzu: „Die Kernaufgabe unseres Unternehmens besteht darin, ehrgeizige Ziele zu entwickeln und die Dinge ganz offen anzugehen. GEA hat mit seinen frischen Ideen genau ins Schwarze getroffen und liefert das, was für uns wichtig ist.“

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