Erstmals bei einem Lithium-Förderungsprojekt belässt Australien alle Prozessschritte vom Erzabbau, Trennung bis zur Raffinerie im Land. Mit seinem umfassenden Technologieportfolio unterstützt GEA den Kunden Albemarle, bei diesem Vorhaben.

In diesem Rahmen hat GEA im Dezember 2018 von Albemarle einen Auftrag zur Lieferung von Sieb- und Schubzentrifugen, Schälzentrifugen und Dekanterzentrifugenanlagen zur Behandlung von Lithiumderivaten in verschiedenen Prozessstufen erhalten. Der Auftragswert für GEA liegt bei rund 20 Millionen Euro. Das neue Werk in Albemarle soll im Kemerton Strategic Industrial Area (KSIA), 17 Kilometer nordöstlich von Bunbury in Westaustralien, errichtet werden. In drei unabhängigen Zügen wird die Freiland-hydromet-Anlage 60.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr produzieren. 

Die Nachfrage nach Lithium in Reinform und Lithium-Ableitungen („Derivate“) steigt weltweit stetig an. Gründe hierfür sind die einzigartigen Eigenschaften von Lithium, ein leichtes, biegsames Element mit der Fähigkeit, große Mengen an Energien zu speichern. In Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos, Smartphones aber auch in anderen Anwendungen außerhalb der Energiespeicherung wie Pharmazeutika, Schmierstoffe, Gläser und Keramiken, Gummi, Fotoentwickler und bei der Herstellung von Boraten (Salze oder Ester der Borsäuren) sind Lithium und Lithiumhydroxid nicht wegzudenken. Die Gewinnung dieses Rohstoffs und seine Weiterverarbeitung in verschiedenen Prozessstufen durch kompetente Partner und die partnerschaftliche Zusammenarbeit werden daher immer wichtiger und sichern die Wertschöpfungskette für diese Produkte in Australien. 

Mit einem umfassenden Technologiespektrum unterstützt die GEA ihre Kunden bei der Realisierung von Lithium-Prozessanlagen. Insbesondere für die mechanische Trennung der Sedimentation sind Zentrifugen ein wichtiger Bestandteil im gesamten Prozessablauf. Die Expertise der GEA umfasst die Separation von Verunreinigungen durch Zentrifugalabscheider für Feststoffe und Flüssigkeiten sowie Techniken zur Konzentration, Reinigung und Wirbelschichttrocknung von Lithiumsalzverbindungen. Diese Verbindungen werden mit anderen Substanzen vermischt und weiterverarbeitet. GEA ist weltweit führend in der Sprühtrocknung dieser hochmodernen Materialien zu Batteriepulver für die Herstellung von Lithium-Batterien und bietet darüber hinaus einen umfassenden Service. 

„Werte für unsere Kunden zu schaffen und sie dabei mit unseren langjährigen Erfahrungen und Kompetenzen zu unterstützen, sind strategische Prinzipien von GEA. Wir liefern nicht nur qualitativ hochwertige Produkte, sondern sind ein echter Lösungsanbieter“, sagt Klaus Stojentin, Executive Vice President Product Management & Sales.

Nicht nur stark in der Lithium-Ionen-Batterien-Technologie

Auch wenn Lithium durch die Batterien-Technologie bekannt ist, so kann das Element doch viel mehr. Der größte Teil des Lithiumhydroxids wird für die Herstellung von Lithiumstearaten benötigt, die wichtige Schmierfette für Autos oder Flugzeuge sind. Weiterhin wird es auf Grund seiner Kohlenstoffdioxid-bindenden Wirkung als Luftreiniger eingesetzt. Dies spielt vor allem in der Raumfahrt, auf U-Booten und bei Pendelatem-Tauchgeräten („Rebreather“) eine Rolle. Lithiumhydroxid kann Zement zugesetzt werden und ist dabei in der Lage, die Alkali-Kieselsäure-Reaktion zu unterdrücken. Weiterhin ist Lithiumhydroxid ein möglicher Zusatzstoff in Nickel-Eisen-Akkus. In Druckwasserreaktoren wird Lithiumhydroxid dem Primärkreislauf zugesetzt, um Borsäure zu neutralisieren und einen pH-Wert von etwa 7,2 zu erreichen.

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