Die moderne Milchwirtschaft hat es ermöglicht, Milch zu erschwinglichen Preisen zu produzieren, aber sie kann Auswirkungen auf die Umwelt haben. Milcherzeuger und die Landwirtschaft können jedoch ein Teil der Lösung für den Klimawandel sein.

Promoting animal well-being, reducing ecological footprint

Nach Abschluss seines Studiums zum Agrar-Betriebswirt hat Michael Krumberg einen Betrieb im westfälischen Rheine, Deutschland, übernommen, wo er bewiesen hat, dass Milchproduktion nachhaltig und klimafreundlich sein kann. Mit Hilfe der Spitzentechnologie von GEA, die sich nahtlos in sein Betriebskonzept einfügt, ist er in der Lage, die Tiergesundheit für seine 340 Kühe konsequent zu verbessern, die Umweltauswirkungen zu minimieren und erfolgreich zu wirtschaften.

Als Berater bei der Landwirtschaftskammer ist Krümberg viel herumgekommen und weiß, wovon er spricht: „Als Produzenten hochwertiger Nahrungsmittel müssen Landwirte strenge Standards der Lebensmittelindustrie erfüllen. Zeitgleich verschärfen sich Vorschriften zum Beispiel für die Flächennutzung, Nutztierhaltung oder das Umweltmanagement. Angesichts der vielen Herausforderungen brauchen wir zukunftsfähige Lösungen mit individuellem Zuschnitt, die Umwelt, Tiere und Betriebsressourcen schützen!“

Tiergesundheit als Leitfaden, Wohlfühlstall als Lösung

Promoting animal well-being, reducing ecological footprint

Als Antwort auf die verschiedenen Anforderungen hat der Milchproduzent sein mustergültiges Stallkonzept mit integriertem Melkkarussell entwickelt. Insbesondere möchte er dem Tierwohl und der Tiergesundheit gerecht werden. „Wenn du mit Kühen groß geworden bist, kennst du ihre Vorlieben und Verhaltensweisen. Deshalb wollte ich den Kühen von Anfang an einen großen Laufstall mit viel Licht, Luft und Bewegungsfreiheit bieten. Im Melkzentrum habe ich mich für einen GEA DairyRotor T8900 entschieden. Das tiergerechte Design dieses Melkkarussells entspricht absolut meinen Vorstellungen von Tierkomfort. Die Ausstattung mit dem ApolloMilkSystem bietet zusätzliche Vorteile, die die Eutergesundheit fördern.“

Großzügiger Laufstall, der jeder Kuh gerecht wird

Promoting animal well-being, reducing ecological footprint

Ganz im Sinne der tierfreundlichen Haltung wurde der neue Laufstall besonders großzügig geplant und vor gut einem Jahr bezogen. Weite Laufgänge und komfortable Tiefliegeboxen unterstützen den Biorhythmus der 320 Milchkühe. Je nach Tageszeit und Stand der Sonne fällt das Licht ungehindert durch die offenen Seitenflächen. Zugleich strömt kontinuierlich Frischluft herein. Eine spezielle Beleuchtung gleicht die Lichtverhältnisse bei Tag und bei Nacht an. 

„Es liegt ja auf der Hand, dass eine Kuh, der es rundherum gut geht, mehr Leistung bringt. In der zentralen Futtergasse können wir das Futter mit wenig Zeitaufwand mehrfach täglich vorlegen. Zusätzlich schiebt ein automatischer Futterschieber die TMR (= Totale Mischration) kontinuierlich neu an. Auf diese Weise verwerten die Kühe ihre Nahrung besser und auch rangniedrigeren Tieren steht der Weg zu frischen Futterrationen frei.“

Sichtbar saubere Stallhygiene

Tiergesundheit beginnt mit der Hygiene im Stall. Ein automatischer Schieber reinigt die Laufgänge, die sauberen Klauen der Kühe sprechen förmlich für sich. Bei jedem Schritt bleiben für einen kurzen Moment Abdrücke sichtbar. „Der Stallboden gibt leicht federnd nach‘“, erklärt Michael Krümberg. „Der Gummibelag schont die Gelenke und verschafft den Kühen Trittsicherheit“.

Automatic milking hygiene supports long-term udder health

Für mehr Tierwohl setzt der Landwirt auf Tiefliegeboxen, die Mehrarbeit für das Einstreuen nimmt er dafür gerne in Kauf. „Sie sind das Beste, was man den Kühen bieten kann. Das zeigen nicht nur meine Beobachtungen, sondern auch Studien: Bei höherem Komfort liegen die Tiere länger. Dies ist umso wichtiger, weil das entspannte Liegen und Wiederkäuen die Milchbildung im Euter anregt.“ Eine Kuh bringt 700 – 900 kg auf die Waage, mit den Knien voraus legt sie sich hin. Dank der weichen Einstreu weisen die Sprunggelenke keinerlei Abschürfungen auf und sind auffällig sauber.

Melkplätze mit Maximalkomfort

„Am GEA T8900 Melkkarussell hat mir sofort das tiergerechte Design gefallen. Die Melkplätze sind geräumig, die Kabinette rund, ergonomisch und dabei besonders niedrig geformt. Dank der Kopffreiheit kann die Kuh den Kontakt zur Herde halten.“In addition, Michael gets support from GEA CowScout. “This system monitors the cows around the clock. By looking at their rumination behavior and movement patterns, we can recognize sick cows very quickly and reliably. This allows us to step in immediately and take precautionary measures. In addition, CowScout identifies animals in estrus and pinpoints the best time for insemination. This has improved and simplified our reproduction management a lot.”

Zu Beginn der täglichen zwei Melkzeiten, kommen die Tiere in Gruppen in den Vorwartehof. „Es begeistert mich immer aufs Neue, wie schnell und geschmeidig die Tiere das Karussell betreten und nach dem Melken wieder verlassen.“ Stressfrei und gelassen betritt die nächste Kuh den freien Melkplatz, steckt ihren Kopf über die innenliegende Brüstung und beginnt wiederzukäuen. Ein gutes Zeichen dafür, wie entspannt das Melken von statten geht.

Automatische Melkhygiene fördert langfristig die Eutergesundheit

Visibly clean hygiene

Ein am Markt einzigartiges Meisterstück der Melktechnikentwicklung ist das innovative ApolloMilkSystem, ein Vierwege-Melkzeug mit automatischer Dipp- und Backflush-Funktion. „Dank Apollo melken wir mit nur einer Person sehr effizient. Nach dem Ansetzen erfolgen das Ausmelken und Dippen jeder Zitze vollkommen automatisch.

Am Ende des Melkvorgangs werden die Zitzen noch im gedehnten Zustand sorgfältig und bis in kleinste Falten mit einem Pflege- und Desinfektionsmittel benetzt. Der Dippvorgang schützt die empfindliche Zitzenhaut und den noch geöffneten Strichkanal für die kommenden Stunden vor schädlichen Keimen. Erst jetzt werden die Melkbecher abgezogen, anschließend gründlich gereinigt und desinfiziert. „Die Zwischendesinfektion beugt der Keimübertragung von Kuh zu Kuh vor. So erzielen wir maximale Sicherheit in der Euterhygiene und für die nächste Kuh steht ein hygienisch einwandfreies Melkzeug bereit.“

Die Tiergesundheit kontinuierlich im Blick

Always with an eye on animal health

Das DairyRotor Melkkarussell T8900 ist mit intelligenter Sensorik ausgestattet und liefert kontinuierlich aktuelle Melkergebnisse auf dem Melkstandmonitor. „Ich sehe mir die Tiere gern zweimal am Tag an. Die Leitwertanalyse und Überwachung der Milchmenge sind eine großartige Hilfe, wenn ein Tier auffällig ist und sich zum Beispiel eine Euterentzündung anbahnt.“

Zusätzlich lässt sich Michael Krümberg durch GEA CowScouunterstützen. „Das Monitoringsystem überwacht die Tiere rund um die Uhr auf Schritt und Tritt im Stall. Am Wiederkäuverhalten und Bewegungsmuster erkennen wir erkrankte Kühe sehr schnell und verlässlich. So können wir gezielte Maßnahmen frühzeitig einleiten und die Tiergesundheit fördern. Außerdem identifiziert das CowScout-System brünstige Tiere anhand ihrer Aktivität und nennt uns den günstigsten Zeitpunkt für eine Besamung. Auf diese Weise hat sich das Reproduktionsmanagement stark verbessert und vereinfacht.“

Gewissenhaftes Management der Special-Needs-Kühe

Für die fachgerechte Pflege behandlungsbedürftiger Kühe hat sich Michael Krümberg spezielle Maßnahmen ausgedacht. Beim täglichen Rundgang sieht er von der Futtergasse aus sofort, wenn etwas nicht stimmt. „Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass die Tiere kurz vor dem Kalben gerne versteckt liegen. Daher haben wir im Strohbereich links mehrere Sichtschutzwände als Rückzugsort für die abkalbenden Kühe aufgestellt.

Für die ersten Tage nach dem Kalben hat er in einer anderen Strohbucht ein besonders weites Fressgitter installiert. „Das lässt den frisch gekalbten Kühen viel Platz, Ruhe und Zeit zum Umstellen des Stoffwechsels. Dies hilft, um nach dem Abkalben gut in die neue Laktation zu starten.“ 

Durchdachtes Gesamtkonzept für minimalen Fußabdruck

Wohlfühlstall, Melkkarussell und Steuerungstechnologie spielen für die klimafreundliche Bilanz des Betriebs reibungslos zusammen. Sämtliche Betriebsstoffe wie etwa das Dippmittel werden kontrolliert eingesetzt und lassen nach Bedarf eine sparsamere Dosierung zu. Pumpen und Versorgungsaggregate arbeiten auf Anforderung sowie frequenzgesteuert, deshalb sinkt der Energieeinsatz auf das Minimum.

Anfallende Gülle und Stallmist werden in der betriebseigenen 75-KW-Biogasanlage verwertet. Das Gärprodukt der Biogasproduktion ist nahezu geruchslos und dient als ebenbürtiger Ersatz für chemische Düngemittel. Zusätzlich sind die Dachflächen des Stalls mit Solarpanels ausgestattet. „Den erzeugten Strom speisen wir in das öffentliche Netz ein. Die Biogasanlage arbeitet CO2-neutral, allein mit ihrer Leistung können wir 220 4-Personen-Haushalte versorgen.“

Thoughtful and holistic concept for a minimal footprint

Erfolgreiche Jahresbilanz lässt für die Zukunft planen

Das Wohlfühlklima und entspannte Melkgeschehen zeigt sich nach gut einem Jahr Melkbetrieb in niedrigen Zellzahlen von 130.000-150.000 und beeindruckender Milchleistung von 11.000 Litern pro Kuh und Jahr. Parallel konnte Michael Krümberg, der seinen Betrieb mit seinem Vater und zwei Angestellten betreibt, zahlreiche Arbeitsroutinen optimieren und die Melkzeiten von 4,5-5h auf 1,5-2h reduzieren. Wenn die Zeitressourcen es zulassen, sieht er in der Umstellung auf drei Melkzeiten eine weitere Möglichkeit, seinen Tierbestand in Zukunft zu schonen: „Das mehrfache Melken senkt spürbar den Euterdruck und wird die Gesundheit der Tiere noch nachhaltiger schützen!“

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