Von 4-H und FFA über Bachelor- und Master-Abschlüsse sowie Forschungsarbeit im Aufbaustudium und die Tätigkeit als Junior-F&E-Chemikerin bis hin zu Positionen im technischen Support, in denen sie Händler und Endkunden bei der Nutzung der Softwarelösung „DairyNet Analytics“ unterstützt, und ihrer derzeitigen Position als Senior Director of Technical Support, Service, and Training – lesen Sie mehr über ihren Lebensweg seit ihrer Kindheit, ihre Motivation, ihre fundierten Prognosen für die Zukunft und die Veränderungen, die sie sich für Frauen in der Landwirtschaft wünscht.
„[Es ist wichtig,] direkt mit Unternehmerinnen und Entscheidungsträgerinnen in Kontakt zu treten“, sagt sie.
Was hat Sie zur Landwirtschaft bzw. zu landwirtschaftlichen Technologien geführt?
Ich bin auf einem kleinen Getreidebetrieb in Illinois aufgewachsen, war bei 4-H und FFA aktiv und habe dort Pferde vorgeführt sowie an auf Viehzucht ausgerichteten „Career Development Events“ teilgenommen. Ich habe einen Bachelor-Abschluss in Tierwissenschaften mit den Schwerpunkten Biotechnologie und Vorbereitung auf das Veterinärstudium an der University of Illinois in Urbana–Champaign erworben und anschließend unter der Leitung von Dr. Geoff Dahl einen Master-Abschluss in Milchviehphysiologie absolviert. Im Mittelpunkt meiner Forschungsarbeit im Masterstudium stand die Verbesserung der Milchproduktion durch häufiges Melken in der frühen Laktationsphase sowie durch photoperiodische Behandlungen bei trockengestellten Kühen – das heißt, die Lichtmenge wurde während der Trockenperiode erhöht oder verringert – und die Untersuchung der Auswirkungen auf die Milchproduktion in der nachfolgenden Laktationsphase. Meine berufliche Laufbahn begann ich 2005 bei Westfalia Surge als Junior-F&E-Chemikerin. Ich unterstützte die Entwicklung von Hygienechemikalien und führte Feldversuche auf landwirtschaftlichen Betrieben durch. Später wechselte ich in den technischen Support für DairyPlan in Nordamerika. Dort arbeitete ich eng mit Kunden zusammen, um die Leistung der Melkanlagen und die Herden-Daten zu analysieren. Ich stieg innerhalb des technischen Supports und der Herdenmanagement-Teams in Führungspositionen auf und konnte dort weiterhin Händler und Endkunden unterstützen. In jüngerer Zeit konnte unser Team zur Entwicklung einer Softwarelösung für automatische Melksysteme beitragen, aus der schließlich gemeinsam mit dem globalen Team „DairyNet Analytics” hervorging. Im Herbst 2023 übernahm ich meine derzeitige Position als Senior Director of Technical Support, Service, and Training.
Was macht Ihre Arbeit für Sie sinnvoll?
Während meiner 20-jährigen Karriere bei GEA war ich vorwiegend in kundenorientierten Funktionen tätig und habe eng mit Händlern und Endkunden zusammengearbeitet. Die Zusammenarbeit mit Kunden motiviert mich sehr, sei es bei Feldversuchen mit neuen Produkten auf dem Hof, bei der Analyse von Betriebsdaten zur Effizienzsteigerung oder bei der Installation neuer Anlagen. Ich schätze zudem die Gelegenheit, gemeinsam mit Kunden Marktbedürfnisse zu ermitteln und diese Erkenntnisse intern umzusetzen. Dabei fungiere ich als starke Stimme des Kunden, um unseren gemeinsamen Erfolg zu fördern. Der Höhepunkt monatelanger gemeinsamer Anstrengungen unseres Teams in Nordamerika ist für mich die Inbetriebnahme einer neuen Karussellmelkanlage und das erste Melken der Kühe.
Inwiefern trägt Ihre Tätigkeit zur Zukunft der Milchwirtschaft bei?
Ich leite ein leistungsstarkes US-Team, das Händler bei der Installation von automatischen Melksystemen (AMS) und Karussellmelkanlagen unterstützt. Das Team bietet umfassende Unterstützung, einschließlich Beratung zur Stallplanung, Installation, Inbetriebnahme, Schulung bei der Inbetriebnahme und Optimierung nach der Inbetriebnahme. Schulungen sind die Grundlage für unseren Erfolg. Sie werden von einem engagierten Team sowie einem Schulungszentrum durchgeführt, das sich auf praxisorientiertes Lernen konzentriert. Unsere Mission ist es, kundenorientierten Service durch erstklassige Schulungen, Serviceleistungen und Beratung im Herdenmanagement zu bieten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Leistungsoptimierung, Zuverlässigkeit und operativer Exzellenz. Wir liefern Ausrüstung und Softwarelösungen, die es Milchviehhaltern ermöglichen, eine wachsende Weltbevölkerung nachhaltig zu ernähren.
Wie wird Ihrer Meinung nach die moderne Milchwirtschaft in zehn Jahren aussehen?
Auf dem US-Markt wird erwartet, dass sich die Konsolidierung der Milchviehbetriebe im Laufe des nächsten Jahrzehnts fortsetzen wird. Zwar wird dies zu einem Rückgang der Zahl der Einzelkunden führen, doch wird davon ausgegangen, dass die Gesamtzahl der Kühe stabil bleiben wird. Da die Betriebe größer werden und die Anzahl der Standorte abnimmt, müssen Milchviehhalter effizienter arbeiten. Sie nutzen Technologien wie CowScout, CattleEye und DairyNet, um Tiere, die besondere Aufmerksamkeit erfordern, schnell zu identifizieren. Die Automatisierung wird eine entscheidende Rolle dabei spielen, dass Milchviehhalter mit weniger Arbeitskräften mehr Kühe melken können. Diese Automatisierung beginnt mit vergleichsweise einfachen Lösungen wie Melkstand-Abnehmern, wird sich jedoch auf fortschrittliche Systeme wie Melkroboter (R9500), Fütterungsroboter (F4500) und Karussellmelkanlagen ausweiten. Hinzu kommen neue Technologien wie DairyProX. Zusammen senken diese Lösungen den Arbeitsaufwand und verbessern die Effizienz im Melkstand, während die für die Gesundheit und Produktivität der Kühe erforderliche individuelle Betreuung gewährleistet bleibt.
Welche Veränderung würden Sie sich für Frauen in der Landwirtschaft am meisten wünschen?
Laut dem US-Landwirtschaftsministerium sind etwa ein Drittel der US-amerikanischen Landwirte Frauen. Auf die Milchwirtschaft übertragen bedeutet dies, dass Frauen etwa jeden dritten von uns betreuten Betrieb leiten. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, direkt mit Unternehmerinnen und Entscheidungsträgerinnen in Kontakt zu treten. Zwar bleibt unser Ansatz in der Zusammenarbeit mit Milchviehhaltern unverändert, doch zeigt sich hier die Chance, Frauen in der Milchviehhaltung und in damit verbundenen Branchenrollen stärker zu unterstützen und für diese Bereiche zu gewinnen – in Anerkennung des wertvollen Fachwissens, das sie in das Unternehmen einbringen.

Internationales Jahr der Landwirtinnen
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Landwirtinnen erklärt. Damit sollen Maßnahmen zur Beseitigung geschlechtsspezifischer Ungleichheiten und zur Verbesserung der Lebensgrundlagen von Frauen weltweit gefördert werden. Gleichzeitig soll das Bewusstsein für die entscheidende Rolle geschärft werden, die Frauen in der Landwirtschaft spielen.
GEA Farm Technologies hat mit Frauen in der Landwirtschaft weltweit über ihre Erfahrungen, ihren Werdegang, ihre Motivation, ihre Lebensziele und ihre Zukunftsaussichten gesprochen und sie gefragt, welche Veränderungen sie sich für Frauen in diesem Berufsfeld wünschen.