GEA Foundation


Kompetenzen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) bleiben auch in einer sich wandelnden Arbeitswelt stark gefragt. Berufe in diesem Bereich versprechen wirtschaftliche Sicherheit und bieten die Chance, positiv zur Gesellschaft beizutragen. Dennoch entscheiden sich zu wenige junge Menschen dafür.
Dieser Entwicklung möchte die GEA Foundation zusammen mit ihren strategischen Partnern entgegenwirken. Einer davon ist das UN-Kinderhilfswerk UNICEF, das über weltweite Expertise bei der Förderung von Kindern und der Umsetzung der Kinderrechte verfügt. Mit einer Spende in Höhe von 1,8 Millionen Euro unterstützt die GEA Foundation die Organisation über einen Zeitraum von drei Jahren dabei, jungen Menschen in benachteiligten Regionen Perus und Indiens besseren Zugang zu MINT-Bildung zu verschaffen. Länderspezifische Programme vermitteln Jugendlichen dabei technisches Wissen, praktische Fähigkeiten und das Selbstvertrauen, sich für Berufswege zu entscheiden, die ihnen bislang unerreichbar schienen.
In der Region Loreto, tief im Amazonasgebiet, erleben viele Mädchen erhebliche Benachteiligungen. Armut, ein eingeschränkter Zugang zu guter schulischer und technischer Ausbildung sowie traditionelle Geschlechterklischees schränken ihre beruflichen Perspektiven ein. Das Geflecht aus Armut, ländlicher Lage und Geschlechterdiskriminierung ist nicht auf den ersten Blick erkennbar und dennoch für die Mädchen aus eigener Kraft kaum zu überwinden.
Die GEA Foundation unterstützt das +ChicasTec-Programm von UNICEF. Es hilft Mädchen im Jugendalter, ihr Potenzial im MINT-Bereich zu entdecken und zu entfalten. Die Teilnehmerinnen profitieren von Trainings zu Webprogrammierung, von Mentoring durch Frauen mit MINT-Berufen sowie von strukturierten Angeboten, die ihr Selbstvertrauen stärken.

Das von UNICEF geförderte Programm +ChicasTec verbindet Programmierunterricht mit Mentoring, dem gezielten Aufbau von Selbstvertrauen und beruflicher Orientierung, um Mädchen in der Region Loreto neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.
Um einen langfristigen Erfolg sicherzustellen, arbeitete UNICEF bei der Auswahl der Partnerschulen eng mit den regionalen Bildungsbehörden zusammen. In einem zweiten Schritt wurden Bedarfsanalysen mit Schülerinnen und Lehrkräften durchgeführt, die MINT-Fortbildungen an die lokalen Gegebenheiten angepasst und Partnerschaften mit technischen Ausbildungszentren und lokalen Unternehmen aufgebaut.
Dieser kollaborative Ansatz stellt sicher, dass die Ausbildung den Bedürfnissen der Gemeinden entspricht, denen sie zugutekommt. Indem das Programm Lehrkräfte ausbildet, lokale Partnerschaften stärkt und den Zugang zu technischer Ausbildung verbessert, trägt es dazu bei, dass mehr Mädchen MINT als realistische und attraktive Zukunftsperspektive wahrnehmen.
Indien hat eine der weltweit größten jugendlichen Bevölkerungsgruppen. Doch Millionen junger Menschen – insbesondere Mädchen in ländlichen Gegenden – haben nach wie vor schlechteren Zugang zu hochwertiger Bildung und Karrieremöglichkeiten. Gleichzeitig verlangen Arbeitgeber immer mehr digitale und technische Fähigkeiten sowie Problemlösungskompetenz.
Mit Unterstützung der GEA Foundation hilft UNICEF jungen Menschen in den indischen Bundesstaaten Uttar Pradesh und Gujarat dabei, sich auf diese sich wandelnde Welt vorzubereiten.

Durch Berufsberatung, Jobmessen und Job-Shadowing lernen Schüler in Shravasti – einem der am stärksten benachteiligten Grenzbezirke von Uttar Pradesh – die vielfältigen Möglichkeiten im MINT-Bereich kennen.
Im ersten Jahr, in dem die GEA Foundation das Programm förderte, erhielten mehr als 115.000 junge Menschen (davon 41 % Mädchen) Berufsberatung, Förderung in MINT-Fächern und Trainings zur Verbesserung ihrer Beschäftigungsfähigkeit. Zudem konnten rund 2.300 Lehrkräfte sich für den MINT-Unterricht, die Berufsberatung und digitales Lernen fortbilden. Bis heute hat das Programm 1.250 Schulen erreicht und damit den Grundstein für die weitere Verbreitung des Programms gelegt.
Gulafsa Khan
Schülerin, Shravasti, India
Über den Schulunterricht hinaus bringt die Initiative junge Menschen durch Karrieremessen, Betriebsbesichtigungen und Job-Shadowing mit Partnern aus der Wirtschaft zusammen. Diese Erfahrungen zeigen ihnen, wie ihre Ausbildung ihnen den Weg in eine erfüllende berufliche Laufbahn ebnen kann.
Parallel dazu arbeiten die Programmverantwortlichen mit Familien, Schulen und Gemeinden zusammen, um Geschlechterstereotypen aufzubrechen und mehr Mädchen zu ermutigen, eine MINT-Ausbildung anzustreben.
Bildung kann Leben verändern. Doch für einen dauerhaften Wandel braucht es Kooperationen. Die Partnerschaft bringt die internationale Bildungsexpertise von UNICEF und das Engagement der GEA Foundation für mehr Chancen durch Bildung zusammen. Das hilft jungen Menschen, wichtige Kompetenzen für eine erfolgreiche Entwicklung zu erlangen.
Der Effekt zeigt sich bei Weitem nicht nur in einzelnen Klassenzimmern. Besser ausgebildete Lehrkräfte, stärkere Bildungssysteme, engere Verbindungen zwischen Schulen und Unternehmen sowie bessere Chancen für Mädchen tragen insgesamt zu starken Gemeinschaften und einer leistungsfähigeren lokalen Wirtschaft bei.
Für die GEA Foundation bedeutet MINT-Förderung deshalb eine Investition in Menschen, Innovation und nachhaltige Entwicklung. Gemeinsam mit UNICEF unterstützen wir junge Menschen in Peru und Indien dabei, Wissen und Selbstvertrauen aufzubauen. Das gibt ihnen die Chance, ihre eigene Zukunft und die ihrer Gemeinschaften selbst in die Hand zu nehmen.
Quellen:
1) Instituto Nacional de Estadística e Informática (INEI), Perú: "Evolución de la Pobreza Monetaria, 2014–2023," published May 9, 2024.
2) Ministerio de Educación del Perú (MINEDU), Unidad de Medición de la Calidad de los Aprendizajes (UMC), "Evaluación Nacional de Logros de Aprendizaje (ENLA) 2023."
3) Ministry of Education, Government of India, "UDISE+ 2024–25."
4) National Council of Educational Research and Training (NCERT), PARAKH, "Rashtriya Sarvekshan 2024."
5) Ministry of Education, Department of Higher Education, Government of India, "All India Survey on Higher Education (AISHE)."