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Experteninterview mit Ulrich Rassenhövel
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Experteninterview mit Ulrich Rassenhövel

Interview mit Ulrich Rassenhövel, Vertriebsleiter GEA Farm Technologies in Deutschland

Wie wirkt sich die COVID-19 auf ein globales Unternehmen wie GEA und insbesondere die Division GEA Farm Technologies aus? Welche Entwicklungen sind speziell für unsere Kunden in Deutschland jetzt wichtig? Ulrich Rassenhövel, Vertriebsleiter GEA Farm Technologies Deutschland, erläutert dies im Interview mit unserer Fachpressesprecherin Lilian Schmalenstroer.

Ulrich Rassenhövel

Lilian Schmalenstroer: Wie ist der Konzern bislang wirtschaftlich durch die weltweite Pandemie gekommen?

Ulrich Rassenhövel:
In einem herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld hat sich GEA im ersten Halbjahr gut geschlagen. In der Division GEA Farm Technologies haben wir das Vorjahresniveau bei neuen Aufträgen leicht übertroffen, während der Umsatz etwas zurückging. Dies zeigt, dass die im letzten Jahr eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen greifen. Die zu verzeichnenden Rückgänge bei Auftragseingang und Umsatz bei GEA insgesamt hatten wir nach einem sehr guten ersten Quartal aufgrund der negativen Auswirkungen von COVID-19 erwartet. Die wirtschaftliche Gesamtsituation wird jedoch durch COVID-19 auch im zweiten Halbjahr anspruchsvoll und schwer prognostizierbar bleiben.

Lilian SchmalenstroerWas bedeutet es für einen globalen Maschinenbauer wie GEA, in solchen Krisen seine Kunden adäquat zu betreuen?

Ulrich Rassenhövel:
Als einer der größten Systemanbieter für systemrelevante Industrien wie die Milchwirtschaft und die Lebensmittelindustrie wissen wir bei GEA, dass gerade in solchen Krisenzeiten auf eine zuverlässige Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion ankommt. Ob Getreide und Gemüse, Milch, Käse oder Fleisch: Die Produkte unserer Kunden in der Landwirtschaft versorgen die Menschheit mit wichtigen Nahrungsmitteln. Dies wird auch dem Endverbraucher immer mehr bewusst, wie man dem neusten Ernährungsreport entnehmen kann. 
Die besondere Herausforderung in einer Krise wie dieser ist, gemeinsam mit unseren Händlern alles zu tun, damit der Betrieb unserer Kunden aufrechterhalten werden kann und auch in Zukunft einwandfrei funktioniert. Wir legen besonderen Wert darauf, eng mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten, damit der notwendige Service stattfinden kann und die Betriebe fortlaufend mit neuen Geräten, Hygieneprodukten und Verbrauchsmaterialien versorgt werden.

Lilian Schmalenstroer: Welche Maßnahmen hat GEA ergriffen, um Mitarbeiter und Kunden zu unterstützen?

Ulrich Rassenhövel: 
Wir bei GEA sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung und unserer Verantwortung im Hinblick auf die Sicherheit und Gesundheit unserer Kunden und Mitarbeiter bewusst und haben sehr frühzeitig entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Hierbei haben uns die Erfahrungen, die GEA in den Werken anderer Konzernbereiche in China gemacht hat, sehr geholfen. 
Unser Ziel war einerseits der größtmögliche Schutz unserer Mitarbeiter und andererseits natürlich die bestmögliche Unterstützung unserer Kunden, mit den neuen Herausforderungen umzugehen und gemeinsam den Betrieb ihrer Anlagen sicherzustellen.
Neben frühzeitig erhöhten Hygienemaßnahmen, Kantinenschließungen und Zutrittsbeschränkungen für Externe haben wir die Reisetätigkeit unserer Mitarbeiter auf ein Minimum eingeschränkt. Reisen – sofern behördlich erlaubt – waren und sind ausschließlich auf dringend notwendige Kundenprojekte und Unterstützung vor Ort begrenzt und wurden vorher mit unseren Kunden abgestimmt. Für Mitarbeiter, die von zu Hause voll arbeitsfähig sind, wurden sehr früh Möglichkeiten geschaffen, diese Tätigkeiten mobil zu verrichten. 
Aufgrund der aktuell sehr dynamischen Lage, die ständigen Veränderungen unterworfen ist, arbeiten erfahrene GEA-Krisenteams auf globaler, aber auch lokaler Ebene eng zusammen und bewerten täglich neu, wo wir bezüglich der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit unserer Mitarbeiter stehen, aber auch im Hinblick auf unsere Liefer- und Einsatzfähigkeit.

Lilian Schmalenstroer: Inwiefern stellt das Unternehmen sicher, dass Ersatzteile lieferbar bleiben und der Service weiterhin gewährleistet wird?

Ulrich Rassenhövel:
GEA Farm Technologies kooperiert weltweit mit starken und zuverlässigen Händlern und Lieferanten. Die Sicherstellung unserer eigenen weltweiten Lieferketten ist ein wesentliches Thema unseres Krisenmanagements. Wir unterstützen unser Händlernetzwerk derzeit zusätzlich und arbeiten in den stark betroffenen Ländern eng mit ihnen zusammen. In den Ländern, in denen unsere Produktionsstätten betroffen waren, haben wir uns eng mit unseren Lieferanten abgestimmt, um sicherzustellen, dass kritische Ersatzteile oder Verbrauchsmaterialien wie zum Beispiel Zitzengummis und Zubehör weiterhin geliefert werden können.  
Sofern technisch möglich und vor Ort installiert, unterstützen wir unsere Kunden auch verstärkt über digitale Services wie beispielsweise GEA FarmView. Auf diese Steuerung der automatischen Melksysteme kann auch mobil von jedem Ort der Welt aus zugegriffen werden. Mit der entsprechenden Berechtigung kann ein qualifizierter GEA-Techniker auf die Fernsteuerung zugreifen und erkennen, welches Problem vor Ort beim Kunden vorliegt. Bestenfalls können die Anpassungen direkt in der App vorgenommen werden, sodass der Betrieb auch ohne einen persönlichen Besuch unserer Techniker weiterlaufen kann. Andernfalls können gezielte Aktionen in die Wege geleitet werden, so dass dem Kunden schnell geholfen wird.

Lilian SchmalenstroerWie hat sich durch Corona speziell das Geschäft in Deutschland entwickelt?

Ulrich Rassenhövel
Die Corona-Krise hat bei unseren Kunden zunächst für sehr viel Unsicherheit gesorgt und Fragen hervorgerufen. Diese spezielle Situation hat dazu geführt, dass einige Projekte verschoben wurden. Viele Kunden haben jedoch nach langjähriger Planungsphase ihre Investitionsvorhaben durchgeführt und in moderne GEA Melktechnik investiert.

Lilian Schmalenstroer: Erschwerend kommt momentan die Lage am Milchmarkt hinzu, sprich niedrige Milchpreise. Wirkt sich dies auf das Investitionsverhalten der Tierhalter aus, z.B. beim Kauf von Melkanlagen?

Ulrich Rassenhövel
Die Milchpreisentwicklung beeinflusst immer mittelbar unser Geschäft. In den letzten zwei Jahren sind bundesweit die Milchpreise eher gesunken. Die Abwägung bezüglich Investitionen in neue Projekte ist bei den Kunden dadurch noch intensiver geworden. Der technische Fortschritt durch Automatisierung und Digitalisierung lassen jedoch einen Stillstand auf einem Milchviehbetrieb nicht zu. Somit sehen wir auch weiterhin eine sehr stabile Perspektive.

Lilian Schmalenstroer: Wo liegen für GEA die größten Herausforderungen in den kommenden Monaten?

Ulrich Rassenhövel
Mit unseren Handelspartnern, den GEA Fachzentren, ist es sehr wichtig für unsere Kunden, die wirtschaftlich sinnvollen Investitionen individuell zu planen und für den jeweiligen Milchviehbetrieb zu erarbeiten. Betriebssicherheit und Zukunftsorientierung sind Werte, die wir uns bei GEA Farm Technologies uns auf die Fahne geschrieben haben.

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