Duschgele, Körperreinigungsmittel, Gesichtsreiniger, Zahnpasten und Seifen sind Körperpflegeprodukte, die uns grundlegend dabei helfen, sauber und gesund zu bleiben und uns in unserer Haut wohl zu fühlen. Globale Hersteller haben ein umfangreiches Angebot an Flüssigkeiten, Gelen, Feststoffprodukten und Cremes entwickelt, aus dem wir die gewünschten Produkte zur Reinigung, Erfrischung und Belebung auswählen können.

Peeling ist ein wichtiger Aspekt der Körperpflege. Sanfte Peelingpartikel entfernen trockene/abgestorbene Hautzellen von der Oberfläche der Haut in Gesicht und Körper, öffnen die Poren und befreien sie vor tiefliegendem Schmutz, verbessern die Durchblutung, klären die Haut, neutralisieren Unreinheiten und hinterlassen ein weiches und frisches Gefühl auf der Haut. 

Peelings

Um den Anforderungen der Kunden gerecht werden zu können, hat die Schönheitsindustrie Millionen Dollar in die Entwicklung und Einbindung von milden Peelings in ihre Produkte investiert.

Peelings wurden traditionellerweise aus natürlichen Quellen gewonnen, wie zerstoßenen Samenkernen oder Bimsstein. Die in den letzten Jahren gestiegene Nachfrage hat jedoch dazu geführt, dass synthetische Alternativen entwickelt wurden, die als Mikrobeads bekannt sind. Mikrobeads werden üblicherweise aus Polyethylen oder Polypropylen hergestellt und stellen eine billige, qualitativ hochwertige und neutrale Alternative zu natürlichen Peelings dar. 

Die kleinen in den Mikrobeads enthaltenen Partikel haben einen Durchmesser von weniger als 0,5 mm, eine effektive, aber sanfte Wirkung auf die Haut und bieten eine sichere Anwendung für den Kunden. Weltweit verstärkt sich jedoch die Sorge über den Beitrag von Mikroplastik - aus zahlreichen Quellen - zur Verschmutzung unserer Wasserwege und Meere und schließlich über ihre Auswirkung auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen. Eine Untersuchung von Wissenschaftlern der britischen Regierung zitierte Zahlen, nach denen bereits durch eine einzige Dusche 100.000 Kunststoffpartikel in das Meer gelangen könnten. Schätzungen der Environmental Investigation Agency (EIA) zufolge gelangen jährlich 80.000 bis 219.000 Tonnen Mikroplastik von Europa in das Meeresökosystem1

Umweltschadstoffe

Die möglichen Auswirkungen auf das Meeresleben sind vielfältig. Die Gemeinsame Expertengruppe zu wissenschaftlichen Aspekten des Meeresumweltschutzes (GESAMP, Joint Group of Experts on the Scientific Aspects of Marine Environmental Protection) der Vereinten Nationen weist darauf hin, dass Mikroplastik körperliche Schäden im Verdauungssystem verursachen kann, da die Mikrobeads giftige Umweltschadstoffe absorbieren und dadurch effektiv Meereslebewesen vergiften können, die sie schlucken.2

Wissenschaftler haben 504 Fische aus dem Ärmelkanal untersucht und festgestellt, dass sich bei über einem Drittel von ihnen Kunststoff im Verdauungstrakt befand.3 Eine weitere Studie hat gezeigt, dass verschlucktes Kunststoff bis zu 10 % des Gewichtes von Seevögeln ausmachen kann.3 Viele der mehr als 280 Meereslebewesen, die nachgewiesen Mikroplastik aufnehmen, spielen eine wichtige Rolle in der Ernährungskette und im marinen Ökosystem.3

Die Forschung darüber, wie weitgreifend sich Mikrobeads im marinen Ökosystem schädlich auf die menschliche Gesundheit auswirken, indem sie in die Nahrungskette gelangen, wird weitergeführt. Wissenschaftler befürchten jedoch, dass die Präsenz von Mikroplastik in Lebensmitteln die direkte Exposition von Menschen gegenüber mit Kunststoff in Verbindung stehenden Chemikalien, die in den Mikrobeads ausgewaschen werden, erhöhen könnte.

Viele Kosmetikhersteller haben die Verwendung von synthetischen Mikrobeads in abwaschbaren Produkten wie Duschgelen, Gesichtsreinigern und Zahnpasten bereits abgeschafft, oder sind gerade dabei, dies zu tun. Regierungen, wie jene von Großbritannien oder den USA, arbeiten auch daran, nationale Verbote für die Verwendung und/oder Herstellung von synthetischen Mikrobreads für diese Produktgruppen zu bewirken. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace haben den Plan der britischen Regierung, den Verkauf und die Herstellung von Mikrobeads in abwaschbaren Produkten bis zum Ende des Jahres 2017 zu verbieten4, als „das bisher stärkste Verbot von Mikrobeads weltweit5“ bezeichnet.

 Obschon die Gesetzgebung einen wichtigen Schritt bei der Säuberung unserer Meere vor schädlichem Mikroplastik gesetzt hat, betreffen die neuen Gesetze nur Produkte, die dazu bestimmt sind, abgewaschen oder abgespült zu werden und die auf diese Weise in die Kanalisation gelangen. Produkte wie Sonnenschutzmittel, die dazu bestimmt sind, auf der Haut zu bleiben, sind nicht beinhaltet. Den Aussagen der Hersteller nach6 würde das Entfernen von synthetischen Mikrobeads aus dieser Art von Kosmetikprodukten eine Neuformulierung von 90 % der Produkte erfordern.  

Natürliche Alternativen zu Mikrobeads

Die Hersteller von Schönheitsprodukten versuchen dennoch, der Anforderung, Mikrobeads aus den Produkten zu beseitigen, gerecht zu werden und viele haben in Zucker oder Salz, Aprikosenkernen, Maismehl, Bimsstein, Kieselerde, Kaffeemahlgut und Walnussschalen eine natürliche Alternative gefunden.

Wissenschaftler arbeiten auch daran, umweltfreundliche Alternativen für synthetische Mikrobeads zu entwickeln. Ein Team der Universität von Bath in Großbritannien hat z. B. einen robusten, kontinuierlichen Prozess zur Herstellung von sicheren und biologisch abbaubaren Mikrobeads aus Zellulose7, einer der am häufigsten in der Natur vorkommenden und durchwegs erneuerbaren Ressourcen, die in den meisten Bäumen und Pflanzen vorkommt, entwickelt. 

Natürliche Alternativen zu Mikrobeads

Entwicklung der richtigen Technologien für die Industrie

GEA versteht das Bedürfnis der Industrie, höchste Qualität und innovative Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen herzustellen. Wir unterstützen den Körperpflegesektor bereits seit Jahrzehnten, indem wir Verarbeitungslösungen anbieten, die eine sichere, hygienische und zuverlässige Herstellung von Seifen, Cremes, Flüssigkeiten und Gelen gewährleisten. „Natürliche Inhaltsstoffe verderben normalerweise schneller und werden schneller abgebaut als synthetische Polymere. Dies wirkt sich wesentlich auf die Kosten und Produktqualität innerhalb der Kundenlieferkette aus“, erklärt Greg Gillaspy, Technologieleiter für HPC-Anwendungen bei GEA. „Wir entwickeln technische Lösungen, die in der Lage sind, selbst mit den empfindlichsten der auf natürliche Weise gewonnenen Inhaltsstoffe umzugehen, und bieten Flexibilität und Vielseitigkeit.“

Die Technologien von GEA ermöglichen es den Kunden, flexibel zu bleiben, reproduzierbare Körperpflegeprodukte herzustellen, die Partikel sämtlicher Größen, Zusammensetzung und Dichte enthalten - von zerstoßenen Samen in Gesichtspeelings bis zu Zuckerkristallen in Körperpeelings. „Der Haushalts- und Körperpflegesektor ist sehr dynamisch und innovativ, um den schnell wechselnden globalen Trends, neu entstehenden Verhaltensweisen und sich rasch ändernden Kundenerwartungen gerecht werden zu können“, fügt Greg hinzu. „Bei GEA entwickeln wir robuste Herstellungssysteme, die vielseitig sind, um die stets wechselnden Ansprüche der Prozesse unserer Kunden zu erfüllen.“ 

Chargenfertigung und kontinuierliche Herstellung

Mischen und Reinigen sind wesentliche Schritte bei der Herstellung von peelenden Hautpflegeprodukten. GEA bietet Lösungen für eine effiziente Homogenisierung, die eine sanfte Handhabung der Grundkomponente wie auch der Schwebeteilchen gewährleistet, egal mit welcher Viskosität. Unser High-Shear-Chargenmischer BATCH FORMULA™ für tankbasierte Chargen und die Inline-Mischregelanlage DICON™ für die kontinuierliche Produktion gewährleisten eine zuverlässige, homogene Mischung sämtlicher Inhaltsstoffe, Endkompositionen und Viskositäten.

Die Systeme von GEA sind dazu ausgelegt, einer Kontamination und Übertragung natürlicher Mikropartikel vorzubeugen, wodurch die Produktivität, Qualität und Sicherheit erhöht werden. Auch effiziente, ressourcensparende CIP-Reinigungslösungen für die Systeme von GEA tragen wesentlich dazu bei, den Wasser- und Energieverbrauch zu reduzieren und den Abfall zu minimieren und helfen der Industrie dadurch, umweltfreundliche und nachhaltige Ziele zu erreichen. 

„Die Technologien und Lösungen von GEA verleihen der Industrie die Freiheit, neue und aufregende Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen zu entwickeln und schenken ihr die Zuversicht, spärliche Ressourcen zu verwalten, Abfall zu minimieren und nachhaltige Herstellungslösungen zu bieten - nicht nur für heute, sondern für die Zukunft,“ meint Greg abschließend.

Chargenfertigung und kontinuierliche Herstellung

Literatur

1. House of Commons Environmental Audit Committee. Environmental Impact of Microplastics. Fourth Report of Session 2016-2017:
https://publications.parliament.uk/pa/cm201617/cmselect/cmenvaud/179/179.pdf
2. GESAMP Reports & Studies No. 90. Sources, Fate and Effects of Microplastics in the Marine Environment: A Global Assessment.
http://ec.europa.eu/environment/marine/good-environmental-status/descriptor-10/pdf/GESAMP_microplastics full study.pdf
3. UK Parliament. Environmental Audit. Environmental Impact of Microplastics. 2016
https://publications.parliament.uk/pa/cm201617/cmselect/cmenvaud/179/17902.htm
4. UK Government Department for Environment, Food & Rural Affairs. Consultation Outcome: Banning the use of microbeads in cosmetics and personal care products. Last updated September 2017
http://www.bath.ac.uk/news/2017/06/08/scientists-make-biodegradable-microbeads-from-cellulose/
5. Greenpeace. Microbeads – We won! July 2017-11-17
https://www.greenpeace.org.uk/microbeads-we-won/
6. The Independent. Microbeads ban: Government to outlaw microplastics in cosmetic products. 2017
http://www.independent.co.uk/environment/microbeads-ban-bill-uk-cosmetic-products-government-outlaws-microplastics-a7852346.html
7. University of Bath. Scientists make biodegradable microbeads from cellulose. 2017
http://www.bath.ac.uk/news/2017/06/08/scientists-make-biodegradable-microbeads-from-cellulose/

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