Bei der auf Umkehrosmose beruhenden Entalkoholisierungstechnologie von GEA bleibt der ursprüngliche Charakter des Andechser Weizenbiers erhalten.

Genau 23 Jahre, nachdem die Klosterbrauerei Andechs ihr Weißbier auf den Markt gebracht hatte, und gerade rechtzeitig zum Josefstag am 19. März begannen die Benediktiner von St. Bonifatius in München und Andechs, denen die Brauerei gehört, mit dem Verkauf einer alkoholfreien Variante. Dieses Bier überzeugt durch seinen vollen, runden Geschmack und ursprünglichen Charakter. Grundlage des Herstellungsprozesses ist eine Umkehrosmoseanlage von GEA für die kalte Entalkoholisierung.

„Bei uns hat Fortschritt Tradition“, so der Produktionsleiter Alexander Reiss. „Als alkoholfreies Bier kam nur ein nachhaltiges Produkt infrage, das unser Gesamtsortiment ergänzt und abrundet. Wir wollten ein ungefiltertes alkoholfreies Bier mit exquisiten Hefenuancen, dem gleichen qualitätvollen Aroma und eleganten Geschmack, wie sie auch unser normales Weißbier auszeichnen.“

Angesichts der Hefe-schonenden, zeitaufwendigen Fermentation in zwei Tanks kam eine Unterbrechung der Fermentation nicht infrage. Um das gewünschte Geschmacksprofil zu erreichen, musste man auf die Entalkoholisierung des 5,5%igen Weißbiers zurückgreifen. Und da alle Andechser Biere vor Ort auf dem Heiligen Berg gebraut und abgefüllt werden, wurde auch die Idee des Outsourcings rasch verworfen. Ebenso hielt man traditionelle Verdampfungstechnologien mit direkter Erhitzung oder Brüdenverdichtung angesichts der Produktionsmengen und wegen der Gefahr einer geschmacklichen Beeinträchtigung des Biers für ungeeignet.

Die GEA Lösung

Die Umkehrosmose ist eine schonende Entalkoholisierungstechnologie, die mit Membranen arbeitet und bei Filtrationstemperaturen unter 10 °C funktioniert, sodass die sensorischen Eigenschaften des Biers – Geschmack, Farbe und Trübung – erhalten bleiben. GEA hat in der letzten Zeit neue Verbundmembranen entwickelt, die sich durch hohe Chemikalienbeständigkeit auszeichnen, die für den Geschmack des Bieres notwendigen Bestandteile nicht herausfiltern und einen vernünftigen Durchsatz ermöglichen.

Die modulare, auf einem Rahmen montierte Andechser Entalkoholisierungsanlage besteht aus Filtrationseinheiten, Förderpumpen, Leitungen, Sicherheitseinrichtungen, einer CIP-Dosiereinheit und der Steuereinheit für den halbautomatischen Betrieb. Sie ist auf Flexibilität ausgelegt und lässt sich problemlos auf den Alkoholgehalt des Biers, den gewünschten Entalkoholisierungsgrad und andere Faktoren einstellen.

Die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Brauerei und dem GEA-Team erwies sich in dieser aufregenden Phase als besonders fruchtbar.“- Alexander Reiss, Produktionsleiter – Andechs

Alexander Reiss

Nach der Inbetriebnahme und einer sechswöchigen Testphase wurde eine Reihe von Testbieren verglichen und nach Farbe, Trübung, Geruch, Geschmack und Herbheit bewertet. Dazu Alexander Reiss: „Die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Brauerei und dem GEA-Team erwies sich in dieser aufregenden Phase als besonders fruchtbar. Und die Ergebnisse waren beeindruckend. Einige unserer Tester haben die alkoholfreie Variante sogar mit ihrem 5,5%igen Gegenstück verwechselt!”

Und er fährt fort: „Die beiden Biere unterscheiden sich nur in leichten Nuancen wie etwa geringfügigen Unterschieden in Geruch und Farbe. Beide Biere zeichnen sich jedoch durch die gleiche feintexturierte Trübung, die feinporige Krone und den vollen, runden Geschmack aus, für die unser Weißbier berühmt ist.“

Derzeit ist es noch zu früh, Schlüsse im Hinblick auf die Haltbarkeit der Membranen, die Gesamtbetriebskosten und die Auswirkungen der Reinigung auf den Prozess zu ziehen. Es ist bei den Membranen aber von einer Nutzungsdauer von 1–3 Jahren auszugehen. Klar ist bereits heute, dass die Brauerei sehr zufrieden ist. Alexander Reiss sieht auch keine grundlegenden Probleme in der Anwendung der Umkehrosmose für die Entalkoholisierung anderer Biere, zumal bei der Verarbeitung von filtriertem Bier – bei gleicher Anlagenkonfiguration – laut Prognosen von GEA ein 20 bis 30 % höherer Durchsatz als beim Weißbier zu erzielen sein dürfte.

Fazit

Die Umkehrosmoseanlage von GEA mit Polymer-Dünnfilmmembranen bildet eine Entalkoholisierungstechnologie für Bier, bei der die Inhaltsstoffe, die sensorischen Eigenschaften und der Charakter des Biers praktisch unverändert erhalten bleiben. Die Anlage wird installationsfertig auf einem Grundrahmen geliefert, bietet einen Durchsatz von ca. 5 hl/h, eignet sich für Chargen von 50 bis 200 hl und stellt eine sinnvolle Alternative zu Eindampfanlagen dar. Sie ist modular aufgebaut, lässt sich problemlos an spezifische Anforderungen anpassen und kann auch für größere Mengen eingesetzt werden, indem mehrere Osmoseanlagen installiert werden oder ein maßgeschneidertes System konzipiert wird.

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