„Eine Herausforderung ist eine getarnte Chance.“ Im Fall der Familie Sekita, die seit 80 Jahren in Brasilien Landwirtschaft betreibt, war es genauso. Ihre Bereitschaft, Herausforderungen anzunehmen und neue Dinge auszuprobieren, machte sie zu einem der erfolgreichsten Agrarunternehmen Brasiliens.

Wie viele Japaner kam Katsuji Sekita kurz vor dem Zweiten Weltkrieg nach Brasilien, um sein Glück in der Kaffeeindustrie zu suchen. Dort lernte er seine Frau Etsuko kennen. Die beiden kauften sich einen kleinen Hof im Bundesstaat Paraná, gründeten eine Farm und eine Familie.

Die Geburt einer Genossenschaft

Später machten sich auch die Söhne der Sekitas mit Farmen in der fruchtbaren, aber weitgehend unerschlossenen Region São Gotardo selbständig. Mit der Zeit bauten alle drei Söhne erfolgreich Kaffee, Bohnen, Mais und Weizen an und bündelten ihre Kräfte, um Mitarbeiter einzustellen, den Einkauf zu optimieren und Preise für ihre Ernte auszuhandeln.

Mit einigen Freunden und Familienmitgliedern gründeten die Sekitas 1991 ihre Genossenschaft, in der Sohn Makoto in den ersten 25 Jahren als CEO tätig war. Sie bauten Karotten, später auch Knoblauch an. Schließlich studierte Enkel Eduardo ebenfalls Landwirtschaft, bevor er 1999 ins Team kam; seit 2015 ist er CEO. Der Milchviehbetrieb wird von einem weiteren Familienmitglied aus der dritten Generation, Leonardo Garcia, dem Schwiegersohn von Makoto, fachkundig geführt.

Man füge Milch hinzu

Im Jahr 2007, als der Bedarf an Dünger mehr als 3.000 bis 4.000 Kilogramm pro Hektar betrug, belasteten die Kosten das Geschäft enorm. Drei Optionen kamen in Frage, die alle auf Gülle setzten, um die Düngemittelkosten zu senken: Schweine züchten, Ochsen aufziehen oder einen Milchviehbetrieb ergänzen. Nach Gesprächen mit GEA entschieden sie sich wegen der Qualität und des Volumens der zu erwartenden Gülle und des – auch dank des GEA Freestall-Systems – effizienten Platzbedarfs der Kühe für den Bau eines Milchviehbetriebs.

Obwohl sie keine Erfahrung in diesem Bereich hatten, ermöglichte ihnen ihre eigene Entschlossenheit, in Verbindung mit dem Fachwissen und der Unterstützung von GEA, die Eröffnung ihres Melkbetriebs im Jahr 2008. Wir wurden unterstützt in allen Fragen zum Tierkomfort, Melken und Güllehandling,” sagt Eduardo Sekita.

Win-win aus Milch und Mais

Der Milchviehbetrieb ist bisher eine klare Win-win-Lösung. Durch den neuen Geschäftsbereich gelang es Sekita, die bestehenden Anbauflächen besser zu nutzen – ohne die Gemüseproduktion herunterfahren zu müssen. Zudem wurden die Maschinen ideal ausgelastet, sodass die Gesamtkosten sanken. Gleichzeitig verdiente Sekita mit dem Milchgeschäft. Und noch ein Effekt stellte sich ein: Die Produktion von Silage als Futtermittel half, den Fruchtfolgezyklus für Mais zu beschleunigen. Durch effizientere Nutzung anderer Futtermittelpflanzen verringerte sich der Nährstoffentzug aus den Böden. Die Gesamtproduktivität ist dank der verteilten Gülle höher.

Abfall intelligent nutzen

Landwirten mit Milchvieh wird oft vorgeworfen, dass die Gülle unsachgemäß gehandhabt wird und der Umwelt schadet. In der Milchviehherde von Sekita mit rund 1.500 Kühen, 300 Trockenstehern und 2.000 Kälbern und Färsen hatte die Gülleverarbeitung vom ersten Tag an oberste Priorität.

Der Prozess beginnt mit dem Zusammenführen von Gülle, Urin, Tiereinstreu und Wasser aus den Sprinklern, die alle in einem Homogenisierungstank, in dem die Feststoffe von der Flüssigkeit getrennt werden, platziert werden. Der flüssige Abfall gelangt dann in die Biogasanlage, in der Methangas produziert wird, das wiederum in Strom umgewandelt wird. Der Strom versorgt die Maschine, die die Karotten wäscht, und liefert die Energie für die Kühlräume.

Nachdem die Bakterien die flüssigen Abfälle in Biodünger umgewandelt haben, wird dieser durch Fertigation auf die Pflanzen aufgebracht, das heißt, der Biodünger wird dem Bewässerungssystem zugeführt. Die Abfallfeststoffe werden – zusammen mit anderen pflanzlichen Abfällen – zu einem Kompostierungsbereich gebracht und schließlich auf die Felder aufgebracht, um die organische Substanz des Bodens wieder zu erneuern.

Zukunftssicher

Der Erfolg von Sekita hängt von der Qualität ihrer Produkte ab. „Wir arbeiten immer mit den besten Erbanlagen und dem besten Futter, um die beste Milch in der Region zu produzieren. So können wir unsere Preise austarieren“, erklärt Sekita. „Wir haben eine sehr große Auswahl an Produkten und wenn in einem Bereich die Preise rutschen, helfen andere dabei, das Geschäft am Laufen zu halten. Es geht nur darum, die Ressourcen zu optimieren.“

Heute hat die Sekita-Genossenschaft mehr als 40 Mitglieder. Die Milchproduktion beträgt rund 20 Millionen Liter pro Jahr (54.000 Liter pro Tag) und es werden jedes Jahr rund 100.000 Tonnen Gemüse – die auf 3.000 Hektar angebaut werden – in Brasilien, Uruguay und Argentinien verkauft. 1.500 engagierte Mitarbeiter führen die Arbeiten aus.

Im Jahr 2019 wurde Sekita Agronegócios von „Top 100 Milk Point“ erneut als viertgrößter Milchproduzent Brasiliens ausgezeichnet. „Wir sind nicht in erster Linie auf unseren Rang stolz“, sagt Eduardo Sekita bescheiden. „Wir sehen dies als Ergebnis von Teamarbeit – und als Team streben wir stets hervorragende Leistungen an, um hochwertige Nahrungsmittel auf nachhaltige Weise zu produzieren.“

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