Start-ups bringen die nötige Dynamik und Flexibilität mit, die in vielen schnelllebigen Branchen erforderlich sind. Aus dem Geben und Nehmen zwischen Investoren, etablierten Unternehmen und Existenzgründern entsteht eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Kunden gelangen schneller und effizienter an wegweisende Lösungen und Produkte. Dass GEA in seiner eigenen Geschäfts- und Produktentwicklung auch auf Start-ups setzt, zahlt sich aus – und kommt bei den Kunden bestens an.

Die Zeiten von Alleingängen in Wirtschaft und Industrie sind längst passé. Heute setzen Unternehmen wie GEA zunehmend auf einen so genannten „kooperativen Wettbewerb“, der größeren Mehrwert für den Kreis aller Beteiligten schaffen soll – und dem gehört oftmals ein Start-up an. 

Start-ups sind Unternehmen, die von einem oder mehreren Existenzgründern ins Leben gerufen werden und die eine Idee für ein skalierbares Geschäftsmodell haben, das sie oft mit Unterstützung von erfahreneren Unternehmen und Risikokapitalgebern entwickeln und validieren. Trotz einer relativ hohen Misserfolgsquote sind Start-ups in den vergangenen zehn Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen, spielen sie doch eine wichtige Rolle im dynamischen digitalen Geschäftsumfeld von heute. Durch eigene Kooperationen mit Start-ups bringt GEA neue Technologien und Lösungen auf den Markt, die für so manche Branche einen weitreichenden Wandel bedeuten.

Innovationen auf einem starken Fundament

Innovation und Optimierung gehören bei GEA zum Tagesgeschäft. Angesichts der fundamentalen Bedeutung dieser Themen haben wir einen formalen Innovationsprozess etabliert, den alle Mitarbeitern einschließlich Auszubildende und Werkstudenten mitgehen können. Geleitet wird dieser Prozess von einem internen Team, dessen Mitglieder ganz unterschiedliche Fachkenntnisse mitbringen und bestimmte Aufgaben und Zuständigkeiten übernehmen. Der gemeinsame Auftrag besteht darin, Denkansätze zu sammeln, zu bewerten, zu priorisieren und zu konkretisieren und gegebenenfalls die richtigen externen Partner für die Vermarktung ausgewählter Ideen zu finden. Um dafür in Frage zu kommen, muss eine Idee eines von zwei Kriterien erfüllen:

  • Sie bietet eine Lösung für eine kundenseitige Herausforderung.
  • Sie optimiert ein bestehendes Produkt oder Verfahren.

Die Innovationsbemühungen in einem global aufgestellten Großunternehmen zu koordinieren, ist, als wolle man eine Bewegung anstoßen. Man muss alle Kräfte innerhalb des Konzerns und darüber hinaus mobilisieren und gleichzeitig die Erwartungen und auch die GEA Innovationsvision im Blick haben – das heißt, unsere Aktivitäten müssen den Anforderungen der Kunden Rechnung tragen.– Lydia Schneider, GEA Innovation Manager

Durch Open Innovation – einen Ansatz, bei dem wir uns mit Kunden und Lieferanten zusammentun oder mit wissenschaftlichen Institutionen, Behörden oder Start-ups kooperieren – können wir im Schulterschluss mit unseren Partnern wertvolle Erkenntnisse gewinnen und Synergiepotenziale identifizieren. So bringt etwa das jährlich stattfindende GEA Innovation Forum unterschiedliche Stakeholder an einen Tisch, die sich dort vernetzen können. Dort entsteht so manche kleine Arbeitsgruppe, die dann Ideen generiert, Entwicklungen definiert und beschleunigt. 

„Unser USP sind qualitativ und technologisch hochwertige Produkte“, so Wolfgang Deis, Strategic Innovation Manager bei GEA. „Durch Prozessinnovationen lassen sich Kosten senken, während Produktinnovationen die Qualität erhöhen. Ob wir unseren Kunden Wettbewerbsvorteile verschaffen und ihnen Lösungen anbieten können, die auf ihren Unternehmenszweck einzahlen und ihre Nachhaltigkeit fördern, hängt unmittelbar davon ab, wie erfolgreich wir unser eigenes Innovationspotenzial hegen und heben können.“

Mithilfe von Start-ups das Geschäft unserer Kunden beflügeln

Die Zusammenarbeit mit Start-ups eröffnet GEA die Möglichkeit, neue Märkte und Branchen zu erschließen sowie Unterstützung für die Entwicklung eigener Ideen und deren schnellere Markteinführung zu finden. Diese Überlegungen waren ausschlaggebend für unsere Entscheidung im Jahr 2016, Gründungspartner von MassChallenge Switzerland zu werden – einem Business-Accelerator-Programm, das jährlich weltweit mehr als zwei Millionen US-Dollar in aufstrebende Start-ups investiert. Als einer der Hauptsponsoren kann sich GEA mit Existenzgründern und anderen teilnehmenden Unternehmen vernetzen, um gemeinsam disruptive Ideen zu Themen wie Ernährung, Gesundheit und Energie zu diskutieren.

A GEA team gains valuable experience presenting its own idea for a bag filter made of natural materials, MassChallenge Switzerland, 2017 (l to r: Todd Siwik, Sikker Rosendal (GEA Drying), Maddie Drewiske (GEA Dairy)).
Ein GEA Team sammelt wertvolle Erfahrung bei der Präsentation seiner Idee für einen Schlauchfilter aus Naturmaterialien, MassChallenge Switzerland, 2017 (v. l. n. r.: Todd Siwik, Sikker Rosendal (beide GEA Drying), Maddie Drewiske (GEA Dairy)).

Allein dieses Sponsoring hat bereits positive Ergebnisse gebracht: Den Anfang im Jahr 2016 machte ein Gespräch mit dem MassChallenge-Teilnehmer und -Gewinner MachIQ, einem Software-Start-up der Industrie 4.0. Damals war MachIQ mit der Vision einer Plattformstrategie an GEA herangetreten, die auf die Betreuung der unterschiedlichen Kunden von GEA auf Basis eines offenen, Cloud-basierten Portals für Instandhaltungsmanagement und digitale Dienstleistungen wie Fernwartung, Ersatzteilhandel im Internet und Datenanalyse abzielte. 

Disruptiv ist das Serviceportal GEA Advance deshalb, weil es lieferantenübergreifend und unabhängig angelegt ist und somit Kunden und deren Partner auf einer einzigen Plattform zusammenbringen kann. So ermöglicht es eine lückenlose Digitalisierung und sorgt gleichzeitig für mehr Transparenz und Effizienz. Schon bald nach dem Gespräch bei MassChallenge validierte GEA die Idee und stellte sie einer Reihe von Kunden vor – die ihrerseits den potenziellen Mehrwert für ihre eigene Produktion schnell erkannten. Es wurden Pilotprojekte gestartet, die sich schon nach kurzer Zeit im Geschäft bemerkbar machten. 

„GEA ist enorm offen und umsetzungsstark“, charakterisiert Roy Chikballapur, Mitgründer und CEO von MachIQ, den Ablauf. „Nicht einmal einen Monat nach Gründung unseres Unternehmens haben wir bereits eine Absichtserklärung mit GEA unterzeichnet. Obwohl GEA ein großes Unternehmen ist, ging es auf unserem gemeinsamen Weg schnell von der Konzept- zur Pilotprojektphase voran.“

GEA gibt uns viele Tipps in Sachen Strategie und MachIQ setzt alles zügig um. Wir stehen sozusagen auf der Schulter eines Riesen und können viel weiter schauen, als es für uns als kleinen Akteur alleine möglich wäre. – Roy Chikballapur, Mitgründer und CEO, MachIQ

Die wesentlichen Vorteile von GEA Advance sind, dass es:

  • über zwei miteinander verbundene Funktionsmodule verfügt, eines für Maschinenbauer/OEMs (Lieferanten) und eines für Kunden. Beide laufen in gesicherten, privaten Bereichen.
  • Kunden ermöglicht, sich mit beliebig vielen Lieferanten im gleichen Portal zu verbinden und zu entscheiden, welche Daten mit jedem einzelnen Lieferanten ausgetauscht werden sollen und welche OEM-Leistungen sie in Anspruch nehmen möchten.
  • in die meisten ERP-Systeme integriert werden kann.
  • die Maschinenverfügbarkeit erhöht.
  • durch Just-in-time-Alerts, Ablaufplanung und Reporting für mehr Transparenz sorgt.
Smiling faces at Rücker’s dairy production facility in Wismar, Germany, February 2018, after signing their contract for GEA Advance. (l to r: Jörn Möller, Head of Technical Maintenance, Rücker; Malte Derner, Deputy Plant Operations Manager Rücker; Cobers Mohr, Plant Operations Manager, Rücker; Markus Old, GEA; Roy Chikballapur, MachIQ)
Zufriedene Gesichter bei der Molkerei Rücker am Standort Wismar im Februar 2018, nach der Vertragsunterzeichnung für GEA Advance (v.l.n.r.: Jörn Möller, Leiter Technische Instandhaltung (Rücker); Malte Derner, stellv. Werksleiter (Rücker); Cobers Mohr, Werksleiter (Rücker); Markus Old (GEA); Roy Chikballapur (MachIQ))

Die Molkerei Rücker, ein großer Käsehersteller aus Norddeutschland und langjähriger GEA Kunde, nutzt GEA Advance seit Oktober 2017. Mithilfe der Plattform hat das 130 Jahre alte Molkereiunternehmen seine Prozesse und Tools modernisiert: Das Instandhaltungs- und das Ersatzteilbestandsmanagement wurden auf eine gemeinsame Lösung migriert, sodass die Informationen automatisch alle Teammitglieder erreichen. Durch die gewonnene Transparenz hat Rücker die eigene Instandhaltungsleistung nun in Echtzeit im Blick. Für eventuellen Servicebedarf ist die Molkerei zudem permanent mit den Mitarbeitern und Systemen von GEA verbunden – genauso auch mit anderen Lieferanten.

Wir setzen in unserer Molkerei viele GEA Produkte ein. Als sich die Möglichkeit bot, unsere gesamte Dokumentation online auf einer einzigen Plattform zu bündeln, mussten wir nicht groß überlegen. Für uns war das ein technologischer Quantensprung, da die Plattform Cloud-basiert, intelligent und einfach zu bedienen ist. Zudem konnten vier unserer fünf Wartungssysteme durch die Integration von Daten, Prozessen und Nutzern auf der neuen Plattform wegfallen.– Cobers Mohr, Werksleiter, Molkerei Rücker, Wismar

Weitere GEA Kunden, darunter eine internationale Brauerei und eine deutsche Lebensmittelkette, haben die Implementierung der Plattform bereits verbindlich geplant. Sie können dann auch von zusätzlichen digitalen Serviceleistungen wie dem Condition Monitoring, SPS-Anbindungen und Videounterstützung profitieren, die bis Ende 2020 eingeführt werden. 

Dieser Ansatz, so Chikballapur, sei ein erster Schritt auf dem Weg zu einer größer angelegten Geschäftstransformation, die die Zusammenarbeit zwischen Maschinenbauern und ihren Kunden unabhängig vom Branchensegment verändern werde: „Das Maschinengeschäft bewegt sich in Richtung ‚Production as a Service‘, also als Dienstleistung – was bedeutet, dass mehr Kunden Maschinen auf Mietbasis nutzen werden statt sie gleich zu kaufen und dann warten zu müssen. Durch die Zusammenarbeit können wir GEA und seine Kunden dabei unterstützen, bei diesem Wandel weiter vorne mitzuspielen, sich auf kommende Geschäftsmodelle einzustellen und gleichzeitig das Bestandsgeschäft fortzuführen.“   

Aus einer weiteren Zusammenarbeit – in diesem Fall mit dem Schweizer Start-up-Unternehmen Aquantis, einem Spezialisten für Sensoren auf Basis elektromagnetischer Wellen – ging das preisgekrönte System CALLIFREEZE® hervor. CALLIFREEZE® zeigt den Gefriergrad von Nahrungsmittelprodukten in Echtzeit an und ist das erste Industriegerät seiner Art. Das System misst den Gefriergrad beim Austritt der Tiefkühlprodukte aus dem Froster kontinuierlich und optimiert die Lufttemperatur, Gebläsegeschwindigkeit und Verweilzeit im Froster durch Austausch mit dem Froster und dem Kühlregelungssystem. Die Hauptvorteile für die Kunden sind:

  • verbesserte Produktqualität durch optimalen Gefriergrad
  • weniger Produktverluste als bei Batch-Systemen mit manueller Steuerung
  • Energieeinsparungen

Im Januar 2019 installierte Bergia Frites, ein führender Hersteller von Tiefkühl-Pommes-frites aus den Niederlanden, das CALLIFREEZE®-System und führte Tests mit unterschiedlich geschnittenen Kartoffelstiften durch. Die eindrucksvolle Reduzierung des Energieverbrauchs leistet einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit der Anlagen von Bergia Frites. Edgar Meeuwissen, CEO von Bergia Frites, rechnet für seine Investition in CALLIFREEZE mit einem Return on Investment (ROI) von 18 Monaten; bei größeren Anlagen wären die Energieeinsparungen noch größer und der ROI noch schneller erreicht.

Dank CALLIFREEZE® konnten wir die Verdampfungstemperatur bei unseren Crinkle-Cut-Pommes um 3 °C erhöhen und damit unseren Energieverbrauch senken. Für ein Unternehmen, das eine Anlage mit einem Durchlauf von zehn Tonnen pro Stunde betreibt, liegen die Einsparungen bei rund 41.000 Euro pro Jahr – und das ohne Beeinträchtigung der Produktqualität.– Edgar Meeuwissen, CEO Bergia Frites, Niederlande

Forschung und Entwicklung bei GEA: ein Blick hinter die Kulissen

Creating wins for customers with start-ups

Die F&E-Pipeline von GEA ist gut gefüllt. Im Bereich alternativer Proteinquellen unterstützen wir Produzenten aus der Insektenbranche, sowohl mit Blick auf Nahrungs- als auch auf Futtermittel. Zudem sind wir mit Start-ups im Gespräch, um diesen Unternehmen beim Ausbau ihres Geschäfts mit alternativen Proteinquellen durch maschinelle Unterstützung und Prozess-Know-how aus unseren verschiedenen Testzentren zu helfen. Darüber hinaus engagiert sich GEA in – teilweise EU-finanzierten – Initiativen mit dem Ziel, Prozesse und Technologien für die Herstellung von funktionellen Proteinen und Biomasse aus Nebenströmen der Lebensmittelverarbeitung zur Aufwertung anderer Produkten zu entwickeln. So sollen CO2 und Abfälle aus der Nahrungsmittelproduktion reduziert werden.  

Im Business-Inkubator garage 33, einem an die Universität Paderborn angebundenen Technologietransfer- und Gründerzentrum, stellen wir uns den Herausforderungen des Marinesektors. Gemeinsam mit Studenten der Uni Paderborn haben wir das Corporate Start-up ZentriTec ins Leben gerufen, das die Schifffahrtsbranche mithilfe von Sensortechnologie nachhaltiger gestalten will. Die Arbeit im eigens dafür vorgesehenen Co-Creation-Space bei garage 33, wo auch Coaching angeboten wird, trug schon bald Früchte: Nur zehn Monate nach Projektbeginn kam der erste Prototyp zu Testzwecken auf einem Schiff zum Einsatz. Dank der engen Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, darunter auch Schifffahrtskunden, konnten diese Lösungen schnell ihren echten Mehrwert zeigen.

Zudem arbeiten wir mit dem FoodTech-Start-up Hungry Ventures zusammen. Mit seiner Unterstützung wollen wir einen steten und umfassenden Überblick über die Trends in der Lebensmitteltechnologie erhalten. Dazu wird eine Heatmap erstellt, die GEA als Basis für seine eigene F&E-Roadmap nutzen will. „Wir haben bei GEA zum Ziel“, so Deis, „auf Veränderungen und Disruptionen, die sich auf unser Geschäft oder das unserer Kunden gravierend auswirken könnten, bestmöglich vorbereitet zu sein. Die Vergangenheit verrät wenig darüber, was die Zukunft bringen wird. Daher ist mehr als nur Hochrechnung gefragt – wir müssen unsere Komfortzone verlassen. Das bedeutet, dass wir nicht nur die Herausforderungen bestehender Kunden lösen, sondern auch mögliche künftige Kunden identifizieren und überlegen, wie wir auch diese unterstützen können.“

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