Reduktion aufs Wesentliche

Weniger Kunststoff und mehr Recycling dank neuartigem Verpackungsdesign

Lebensmittelverpackungen müssen vielfältige Anforderungen erfüllen: Sie sollen den Inhalt physisch schützen, für lange Haltbarkeit sorgen, attraktiv aussehen und alle erforderlichen Informationen kommunizieren. Entsprechend komplex sind sie heutzutage – und für den Verbraucher beim Entsorgen mitunter schwer zu trennen. Das hat GEA zum Anlass genommen, im Verbund mit Material- und Verpackungsspezialisten einfachere und nachhaltigere Lösungen für Lebensmittelproduzenten zu entwickeln, die sich leichter recyceln lassen.

Als wichtiger globaler Partner der Lebensmittelindustrie arbeitet GEA gemeinsam mit führenden Material- und Verpackungsherstellern an nachhaltigeren Lösungen, die nicht nur den Anforderungen seitens der Verbraucher und in puncto Sicherheit gerecht werden, sondern auch die immer strengeren gesetzlichen Vorschriften zu Kunststoffverbrauch und Recycling erfüllen. Und so können wir unseren Kunden heute leichter recycelbare Alternativen aus Materialien anbieten, die einfach zu verwenden sind und sich mit unseren Maschinen ideal verarbeiten lassen.

FoodTray: Neuartige Verpackungslösung für frische Lebensmittel

FoodTray, seit 2019 auf dem Markt, adressiert gezielt die komplexen Verpackungsanforderungen von heute. Dazu gehört die Verringerung des Kunststoffverbrauchs um bis zu 80 Prozent – eine schwierige Aufgabe, da frische Lebensmittel eine relativ kurze Haltbarkeit haben. Die neuartige Lösung ist in enger Zusammenarbeit zwischen GEA und verschiedenen Partnern entstanden. Gemeinsam haben die Unternehmen ihre Materialien unter industriellen Bedingungen getestet und optimiert. Das Tray selbst besteht aus Karton, der aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird und die erforderliche Struktur und Stabilität mitbringt. Für den Barriereschutz sorgen eine Folie, die das Innere der Schale auskleidet, und die Flexfolie zum Versiegeln der Verpackung. Beim Punktschweißen entsteht eine Versiegelung zwischen der Deckelfolie und dem oberen Bereich der Innenfolie, beide aus recycelbarem Kunststoff. Das Ergebnis: eine besonders nachhaltige Verpackung mit guter Produktsichtbarkeit, die maximale Frische und Lebensmittelsicherheit gewährleistet. 

FoodTray packaging

Ist die Schale leer, können beide Folien ganz einfach vom Karton getrennt und beide Materialien anschließend recycelt werden. „Die Innenfolie lässt sich gut entfernen, da sie nur an die Kanten der Kartonschale angesiegelt und nicht vollflächig mit dem Boden verklebt ist. Dass sich die Bodenfolie so leicht herauslösen lässt, ist ein klarer Vorteil von FoodTray gegenüber den meisten anderen verfügbaren Lösungen“, erläutert Volker Sassmannshausen, Produktmanager Thermoforming bei GEA. 

FoodTray ist speziell für die Fertigung mit der neuesten Generation des Thermoformer GEA PowerPak PLUS ausgelegt und bietet insbesondere folgende Vorteile:

  • FoodTray ist in verschiedenen Größen erhältlich und auf allen Oberflächen bedruckbar
  • Der Karton kann zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, wodurch im Vergleich zu herkömmlichen Verpackungen für frische Lebensmittel bis zu 80 Prozent weniger Kunststoff anfällt (nach Gewicht)
  • Die Verschlussfolie fungiert nach entsprechendem MAP-Verpackungsvorgang (Modified Atmosphere Package) als hochwertige Barriere
  • Sowohl die Wellpappe als auch die Folie (Monomaterial, PP-basiert) können der Reststoffverwertung zugeführt werden
  • Optisch und haptisch attraktiv für Verbraucher 
  • Erfüllt u. a. die im Verpackungsgesetz 2019 festgelegten höheren Recyclingquoten für Kunststoffverpackungen

„Dank FoodTray können Hersteller Lebensmittel mit viel weniger Kunststoff sicher verpacken – das ist ein echter Fortschritt. Diese Lösung ist auch deshalb so wichtig, weil sie der Gefahr entgegenwirkt, dass noch mehr Lebensmittel im Abfall landen, was ja zudem den CO2-Ausstoß erhöht.“

Volker Sassmannshausen

Produktmanager Thermoforming bei GEA

Immer schön senkrecht

In Zusammenarbeit mit Sappi, einem Marktführer für innovative Verpackungspapiere mit Barriere- und Siegeleigenschaften, hat GEA eine papierbasierte, vertikale Verpackungslösung für den Einsatz auf dem neuen GEA SmartPacker TwinTube entwickelt. Die Produkte von Sappi weisen einen hohen Materialanteil aus erneuerbaren Rohstoffen aus, bezogen aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, und ersetzen heißversiegelte Laminate. Dank der neuen, flexiblen Lösung können Kunden genau die Sorte Functional Paper auswählen, die zu ihrer Anwendung und ihren Barriereanforderungen passt. Sappi Seal Silk etwa besticht durch folgende Eigenschaften:

Packaging
  • Gestrichene Außenseite, geeignet für Flexo- und Offsetdruck
  • Dispersion auf der Rückseite (Beutelinnenseite) für eine optimale Heißversiegelung
  • Geeignet für Multipacks und Lebensmittel, die kaum Barriereschutz benötigen (z. B. einzeln verpackte Süßigkeiten, Haferflocken)
  • Ebenso hochwertiges Ergebnis wie mit Kunststofffolien bei gleicher Maschinengeschwindigkeit
  • Attraktive, natürliche Optik und Haptik

Auf dem enorm flexiblen GEA SmartPacker TwinTube sind weitere Tests mit Materialien von Sappi geplant, und zwar für Produkte, die einen niedrigen Barriereschutz (Versiegelung) oder eine mittelstarke Barriere gegen Wasserdampf, Mineralöl oder Fett erfordern.

Verpackungen, von denen alle profitieren: Hersteller, Verbraucher, der Recyclingsektor und die Umwelt

Die GEA Experten arbeiten seit Jahren intensiv an der Entwicklung von Lösungen für Lebensmittelverpackungen, die mit weniger Folie auskommen und trotzdem alle Anforderungen an die Lebensmittel- und Produktsicherheit erfüllen. So arbeiten unsere Maschinen beispielsweise mit dünneren Folien, was den Kunststoffverbrauch erheblich reduziert, oder mit Monomaterialien, die sich leichter recyceln lassen. Daneben umfasst unser Angebot auch tiefziehbare Fasermaterialien für MAP-Verpackungen und faserbasierte Optionen für den Hautpflegemarkt.

Mit jeder Verpackung gegen Lebensmittelverschwendung

Weltweit werden etwa 30 Prozent aller Nahrungsmittel verschwendet oder gehen verloren, das entspricht rund 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr. Ein Teil davon geht auf das Konto schlecht gestalteter oder unzureichender Verpackung. Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Käse, deren Herstellung mit einem hohen Einsatz von Arbeit, Futter, Dünger und Wasser verbunden ist, weisen einen größeren CO2-Fußabdruck auf. Deshalb müssen sie so verpackt sein, dass sie nach Möglichkeit auch konsumiert werden, selbst wenn dafür mehr Kunststoff anfällt. Auch kleiner portionierte Produkte für Ein- bis Zweipersonenhaushalte können eine umweltfreundliche Option sein, da Lebensmittel in großen Gebinden oftmals schneller verderben, als sie verbraucht werden können.

Verpackungen verlängern die Haltbarkeit von Lebensmitteln und sorgen dafür, dass sie beim Transport geschützt sind, appetitlich aussehen und sicher verzehrt werden können. Die größten Gefahren für die Haltbarkeit von Lebensmitteln sind:

  • Mikroorganismen (Schimmel und Bakterien)
  • Sauerstoff
  • Feuchtigkeit bzw. Dampf
  • Licht
  • Ethylen (Reifegas von Obst und Gemüse)
Fish packaging with GEA machines

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