Wirtschaftsbericht

Solide Basis für zukünftige Wertsteigerung

”Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir tiefgreifende Veränderungen im Konzern umgesetzt. Diese haben dazu beigetragen, dass ein deutlich positiver Cash-Flow generiert und das Ergebnis wieder stabilisiert werden konnte. Unsere Ziele für Umsatz, Ergebnis sowie Return on Capital Employed haben wir erfüllt bzw. sogar übertroffen. Damit wurde eine solide Basis für die zukünftige Wertsteigerung gelegt.”

Marcus A. Ketter

Marcus A. Ketter

Finanzvorstand

GEA hat den Ausblick sowohl beim Umsatz als auch beim ROCE leicht übertroffen. Beim EBITDA vor Restrukturierungsaufwand (479,2 Mio. EUR) wurde der obere Bereich des Zielkorridors, trotz verschiedener Sondereinflüsse in Höhe von ca. 41 Mio. EUR, erreicht. Die im dritten Quartal 2019 leicht angehobene Umsatzprognose wurde ebenfalls erreicht. Anders als ursprünglich erwartet, trat der größte Rückgang des EBITDA vor Restrukturierungsaufwand nicht bei der Business Area Solutions und nicht beim Global Corporate Center ein. 

Bei der Herleitung des Ausblicks für das EBITDA vor Restrukturierungsaufwand wurde im Geschäftsbericht 2018 der Effekt aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 („Leasingverhältnisse“) mit einem Proformawert in Höhe von 59 Mio. EUR unterstellt (vgl. Geschäftsbericht 2018, Seite 127). Der in 2019 ermittelte Wert beläuft sich hingegen auf 67,3 Mio. EUR.

IFRS-Kennzahlen von GEA

(in Mio. EUR)
2019
2018
Veränderung in %
Ertragslage
Auftragseingang
2019
4.931,1
2018
4.917,7
Veränderung in %
0,3
Book-to-Bill-Ratio
2019
1,01
2018
1,02
Veränderung in %
Auftragsbestand
2019
2.412,4
2018
2.416,3
Veränderung in %
–0,2
Umsatz
2019
4.879,7
2018
4.828,2
Veränderung in %
1,1
EBITDA vor Restrukturierungsaufwand¹
2019
479,2
2018
539,1
Veränderung in %
-11,1
in % vom Umsatz
2019
9,8
2018
11,2
Veränderung in %
EBITDA (IFRS)
2019
374,4
2018
431,2
Veränderung in %
–13,2
EBIT vor Restrukturierungsaufwand¹
2019
271,4
2018
309,1
Veränderung in %
-12,2
in % vom Umsatz
2019
5,6
2018
6,4
Veränderung in %
EBIT (IFRS)
2019
–109,1
2018
259,8
Veränderung in %
EBT (IFRS)
2019
–125,5
2018
230,7
Veränderung in %
Konzernergebnis (IFRS)²
2019
–170,7
2018
113,5
Veränderung in %
ROCE in % (Goodwill angepasst)³
2019
10,6
2018
11,6
Veränderung in %
Vermögenslage
Net Working Capital (Stichtag)
2019
682,0
2018
747,0
Veränderung in %
–8,7
in % vom Umsatz der letzten 12 Monate
2019
14,0
2018
15,5
Veränderung in %
Capital Employed (Stichtag)
2019
2.141,1
2018
2.396,6
Veränderung in %
–10,7
Eigenkapital
2019
2.090,1
2018
2.449,4
Veränderung in %
–14,7
Eigenkapitalquote in %
2019
36,6
2018
42,8
Veränderung in %
Leverage4
2019
–0,1 x
2018
0,2 x
Veränderung in %
Nettoliquidität (+)/Nettoverschuldung (-)
2019
28,4
2018
–72,2
Veränderung in %
Finanzlage
Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 483,2 268,0
2019
483,2
2018
268,0
Veränderung in %
80,3
Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit
2019
–141,0
2018
–146,4
Veränderung in %
3,7
Free Cash-Flow
2019
342,2
2018
121,6
Veränderung in %
> 100
Aktie
Ergebnis je Aktie (in EUR)²
2019
-0,95
2018
0,63
Veränderung in %
Gewichtete durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien (in Mio. Stück)
2019
180,5
2018
180,5
Veränderung in %
–0,0
Marktkapitalisierung (in Mrd. EUR; Stichtag)
2019
5,3
2018
4,1
Veränderung in %
31,0
Mitarbeiter
Mitarbeiter (FTE; Stichtag)
2019
18.490
2018
18.642
Veränderung in %
–0,8
Gesamtbelegschaft (FTE; Stichtag)
2019
20.075
2018
20.615
Veränderung in %
–2,6
  1. Proformazahlen für 2018 inkl. IFRS-16-Effekt aus 2019.
  2. 1. Halbjahr 2019 inkl. Zinsertrag in Höhe von 32,7 Mio. EUR durch Anpassung der Zinsermittlungsmethode bei der Bemessung von Rückstellungen aus Umweltschutz und Bergbau (vgl. Seite 224 f.).
  3. Capital Employed ohne Goodwill aus dem Erwerb der ehemaligen GEA AG durch die ehemalige Metallgesellschaft AG im Jahr 1999 (Durchschnitt der letzten 4 Quartale); Proformazahlen für 2018 inkl. IFRS-16-Effekt aus 2019.
  4. Gesamtnettoverschuldung/Gesamt-EBITDA basierend auf fixierter Rechnungslegung (gemäß Covenant).

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Kennzahlen 2019
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Auftragseingang

Im Gesamtjahr 2019 lag der Auftragseingang im Konzern mit 4.931,1 Mio. EUR geringfügig über dem Vorjahresniveau (4.917,7 Mio. EUR) und stellt erneut einen neuen Höchstwert für GEA dar (seit dem Verkauf von GEA Heat Exchangers). Der leichte Anstieg des Auftragseingangs wurde hauptsächlich von der Business Area Equipment getragen. Adjustiert um Effekte aus der Veränderung von Währungskursen (plus 0,9 Prozent) betrug die bereinigte Veränderung des Auftragseingangs minus 0,6 Prozent. Der Auftragseingang ist in allen Größenklassen, mit Ausnahme der Projekte zwischen 1 und 5 Mio. EUR Auftragsvolumen, gestiegen.

Rückläufig war die Entwicklung des Auftragseingangs insbesondere bei den Applikationszentren Pharma und Dairy (Business Area Solutions) sowie in der Produktgruppe Milking & Dairy Farming (Business Area Equipment). Kompensiert wurde dies durch teilweise zweistellige Wachstumsraten beim Applikationszentrum Getränke (Business Area Solutions) sowie bei den Produktgruppen Separation, Homogenizers, Flow Components, Compression (Business Area Equipment).

Auftragseingang der letzten 5 Jahre

(in Mio. EUR)

4.931

2019

4.918

2018

4.751

2017

4.674

2016

4.590

2015

Umsatz

Auch der Umsatz stellt einen neuen Höchstwert für GEA in der derzeitigen Struktur dar. Er stieg ebenfalls leicht um 1,1 Prozent auf 4.879,7 Mio. EUR an, nach 4.828,2 Mio. EUR im Vorjahr. Bereinigt um Wechselkursänderungen (plus 1,0 Prozent) ist der Umsatz im Geschäftsjahr 2019 geringfügig um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Das Servicegeschäft ist bereinigt um 4,7 Prozent und damit überproportional gewachsen. Sein Umsatzanteil stieg somit von 30,9 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 32,3 Prozent an.

Der Umsatz war insbesondere in den Applikationszentren Food und Chemicals (Business Area Solutions) sowie in der Produktgruppe Milking & Dairy Farming (Business Area Equipment) rückläufig. Diese konnte mehr als kompensiert werden durch das teilweise zweistellige Umsatzwachstum beim Applikationszentrum Getränke (Business Area Solutions) sowie bei den Produktgruppen Separation, Homogenizers, Flow Components, Compression (Business Area Equipment).

Lediglich in den Regionen DACH & Osteuropa sowie Westeuropa, Naher Osten & Afrika war der Umsatz rückläufig. Alle übrigen Regionen verzeichneten ein Umsatzwachstum, mit dem höchsten bereinigten Zuwachs in Lateinamerika sowie Nord- und Mitteleuropa.

Umsatz der letzten 5 Jahre

(in Mio. EUR)

4.880

2019

4.828

2018

4.605

2017

4.492

2016

4.599

2015

Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung

Aufgrund der im abgelaufenen Geschäftsjahr eingeleiteten Maßnahmen entwickelten sich Auftragseingang und Umsatz in Anbetracht der Rahmenbedingungen sowie der ursprünglichen Erwartungen auf Jahressicht gut. Beim Ergebnis war GEA in der Lage, unerwartete Ergebnisbelastungen zu verkraften und dennoch ein EBITDA vor Restrukturierungsaufwand am oberen Rand der Prognose zu erzielen. Beim Working Capital konnte GEA aufgrund der Initiierung eines speziellen Programms zur Reduzierung dieser wichtigen Kennzahl wesentliche Fortschritte machen und den Vorjahreswert um rund 65 Mio. EUR senken.

Der Auftragseingang erreichte mit über 4,9 Mrd. EUR erneut einen neuen Höchstwert seit dem Verkauf der ehemaligen Wärmetauschersparte. Der Anstieg wurde hauptsächlich von der Business Area Equipment getragen. Während sich das zweite Quartal aufgrund von kundenseitig verschobenen Aufträgen mit größeren und mittleren Volumina relativ schwach zeigte, konnte GEA speziell im ersten und im vierten Quartal bei Neuaufträgen deutlich zulegen.

Beim Umsatz verzeichnete GEA mit knapp 4,9 Mrd. EUR ebenfalls einen neuen Rekordwert für den Konzern in seiner heutigen Aufstellung. Nachdem für das abgelaufene Geschäftsjahr zunächst eigentlich ein moderater Rückgang des Umsatzes erwartet wurde, konnte dieser zum Jahresende sogar leicht gesteigert werden. Das Servicegeschäft ist dabei überproportional gewachsen.

Das EBITDA vor Restrukturierungsaufwand lag bei ca. 479 Mio. EUR. Beim Vergleich dieses Wertes mit dem Vorjahresergebnis ist auch zu berücksichtigen, dass das Ergebnis im Saldo durch verschiedene Sondereinflüsse einschließlich der Währungseffekte im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich belastet wurde. Das erzielte EBITDA vor Restrukturierungsaufwand zeigt, dass die im Laufe des Jahres eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen zur Stabilisierung des Konzerns gegriffen haben. Dies gilt insbesondere für die Business Area Solutions.

Im Gesamtjahr 2019 weist GEA dennoch ein negatives EBIT in Höhe von rund minus 109 Mio. EUR aus. Hier haben sich neben dem operativen Ergebnisrückgang einerseits die Wertminderung des Geschäfts- und Firmenwertes der Tochtergesellschaft Pavan S.p.A. sowie höhere Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen deutlich ausgewirkt. Aufgrund der operativen Stärke des Unternehmens schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung trotz eines negativen Konzernergebnisses vor, eine im Vergleich zum Vorjahr erneut unveränderte Dividende in Höhe von 0,85 EUR je Aktie zu zahlen. Der grundsätzlich angestrebte Zielkorridor für die Dividendenzahlung – eine Ausschüttung zwischen 40 bis 50 Prozent des Konzernergebnisses an die Aktionäre – bleibt unverändert bestehen. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Erwartungen aus dem Geschäftsbericht 2018 für die Geschäftsentwicklung 2019 für Umsatz sowie ROCE übertroffen wurden, während das EBITDA vor Restrukturierungsaufwand trotz belastender Sondereinflüsse im oberen Bereich des Zielkorridors lag. Aufgrund von nicht zahlungswirksamen Wertminderungen sowie vorgezogenen Restrukturierungsaufwendungen ist das Konzernergebnis zwar negativ, was jedoch keinen Einfluss auf die vorgeschlagene Dividendenzahlung hat.

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