MUPS (Multiple Unit Pellet System) Herstellung

MUPS ist eine multipartikuläre pharmazeutische Feststoff-Verabreichungsform, die durch Verpressen eines Gemischs aus wirkstoffhaltigen Pellets und Pulver-Hilfsstoffen hergestellt wird. Die Pellets haben einen sphärischen Kern, der den Wirkstoff enthält oder mit ihm beschichtet ist, sowie eine oder mehrere Schutzschichten (zellulosische und Acrylpolymere) für die kontrollierte Freisetzung des Medikaments.

Die MUPS-Technologie wurde von der pharmazeutischen Industrie als Alternative zu herkömmlichen Tabletten mit sofortiger oder modifizierter Wirkstoff-Freisetzung eingeführt. Pellets bieten eine höhere Bioverfügbarkeit und bessere pharmakologische Eigenschaften einschließlich einer verzögerten Freisetzung und können unterschiedliche Medikamente enthalten, mit magensaftresistentem Coating überzogen und anschließend tablettiert werden, um die APIs vor Magensäften zu schützen. Das Verpressen der Pellets verringert gegenüber Kapseln die Verweilzeit in der Speiseröhre und verbessert die physikochemische Stabilität.

Des Weiteren bieten MUPS-Formulierungen im Vergleich zu anderen Verabreichungsformen ein geringeres Risiko der lokalen Reizung und Toxizität, geringeres Dose Dumping, minimale Schwankungen der Plasmakonzentration und die Möglichkeit, hochwirksame Produkte zu verabreichen. Ferner wurden ein besser reproduzierbares pharmakokinetisches Verhalten und eine geringere Variabilität bei einer Person sowie verschieden Personen gegenüber herkömmlichen Formulierungen berichtet. Sonstige Vorteile sind unter anderem eine Geschmacksmaskierung und kontrollierte Absorption.

Herstellung und Verarbeitung

MUPS-Formulierungen können durch Extrusion-Rondierung, Pelletierung, Granulation, Sprühtrocknung und Sprüherstarrung verarbeitet werden. Ihre Herstellung erfolgt allerdings in der Regel durch Trockenmischen von Pellets und Hilfsstoffen in einem Containermischer und das Entleeren des Gemischs in eine Trommel oder einen IBC. Der IBC wird dann in einen Lagerungsbereich transportiert oder sofort in den Pressraum transferiert.

Zahlreiche Pharmahersteller berichten, dass die Herstellung von MUPS-Tabletten mittels herkömmlichem Containermischen zur Beschickung einer Tablettenpresse nicht unerhebliche Schwierigkeiten hinsichtlich Produktivität und Homogenität des Chargeninhalts aufweist. Davon ausgehend hat GEA zur Steigerung des Prozessertrags und Sicherung der Tablettenqualität eine innovative kontinuierliche Dosier-, Misch- und Pressanlage entwickelt, die diese Produktions-Ineffizienzen und Risiken für die Produktqualität beseitigt. Das Entmischen bleibt auf einem absoluten Minimum und die Online-Prozessüberwachung erkennt Out-of-Specification-Tabletten (OOS).

Die kontinuierliche Dosier-, Misch- und Pressanlage steht jetzt im GEA Testzentrum in Halle, Belgien, für Produktversuche der Kunden zur Verfügung.