Sie verwirklichen die Ideen von Craft-Beer-Liebhabern ohne eigene Brauerei: Anders! Brouwerij aus Halen, Belgien, braut nach Kundenrezept Craft Beer in allen nur denkbaren Facetten. Mit dem neuen GEA Equipment steigert die Lohnbrauerei nun Kapazitäten und Effizienz. Ein belgisches Triple mit Szechuan-Pfeffer oder Gurken? Keine Rezeptur ist den Brauern der belgischen Anders! Brouwerij zu abwegig, um sie nicht in ihrer Produktion in Halen zu testen. Damit aus solchen Ideen leckere Biere werden, braucht es einen gewieften Braumeister, eine mutige Brauerei und eine technische Ausstattung, die solche Experimente auf höchstem Qualitätsniveau mitmacht. Die Auftragsbrauerei Anders! vertraut seit 2016 auf GEA Technologie und zieht nach einem Jahr Resümée.

Auftragsbrauen à la Anders!

Die Brauerei, gegründet im Jahr 2012, steht zu dem Ausrufezeichen im Namen: „Anders!“ Sie bezeichnen sich als Freidenker, wollen ungewöhnliche Biere herstellen und der Kreativität ihrer Kunden keine Grenzen setzen. „Zu uns kommen Bierenthusiasten, die sich nicht mit dem Produkt von der Stange begnügen, aber selbst nicht die Technologie und das Know-how für ein gut gemachtes Bier haben“, sagt Braumeister Pieter de Bock. „Unser Geschäftsmodell kommt so gut an, dass wir aus den anfangs geplanten 3.000 Hektolitern Bier pro Jahr innerhalb von drei Jahren 20.000 Hektoliter machen konnten.“

Von 20.000 auf 40.000 Hektoliter im Jahr

Die Kunden kommen oft aus Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und Skandinavien und sind, wie es für die Craft-Beer-Bewegung üblich ist, eine eingefleischte Gemeinschaft. Inzwischen stellt Anders! mehr als 200 unterschiedliche Biere im Jahr her, die in China und Brasilien ebenso wie in Nordamerika getrunken werden. Um die wachsende Nachfrage bedienen zu können, entschied sich Anders! für den Ausbau der Anlagen – und für führende Brautechnologie von GEA, darunter der CRAFT-STAR™, ein komplettes Sudwerk in Rahmenbauweise. Heute kann die Brauerei bei fünf Suden am Tag 200 Hektoliter Bier herstellen, also 40.000 bis 50.000 Hektoliter im 24-Stunden-Betrieb für das Gesamtjahr gerechnet, erklärt Pieter de Bock, der das Expansionsprogramm „Anders! 2.0“ wesentlich vorantrieb. 

Alles aus einer Hand

Warum haben sich die Brauer für GEA entschieden? „Wir wollten die für uns wichtigste Investition mit einem Partner durchführen, um nicht verschiedene Systeme integrieren zu müssen“, sagt Pieter de Bock. „GEA ist für seine Top-Technologie bekannt. Wir Belgier nennen es „die deutsche Gründlichkeit“ und darauf legen wir Wert. Unsere GEA Ansprechpartner kennen sich sehr gut mit dem Brauen aus, das konnte uns kein anderer Lieferant bieten. Wir sprechen die gleiche Sprache.“ So beauftragten die belgischen Craft-Brauer GEA mit der Technologie für den gesamten Heiß- und Kaltbereich. Zur Sudhaustechnologie gehören die Nassschrotmühle GEA MILLSTAR™,das Sudwerk GEA CRAFT-STAR™, und die Würzebelüftung GEA WORTSTAR™ auf einem Skid mit dem Würzekühler, die allesamt für einen effizienten Prozessablauf sorgen. Anders! nutzt beispielsweise die vollautomatische MILLSTAR™ in der 2,5 Tonnen-Variante zum gleichzeitigen Schroten und Einmaischen. Die Schrotmühle sorgt für kontinuierlich hohe Qualität und verbessert die Filtration im Läuterbottich – eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl der Lieferanten, denn die Brauerei muss bei ihren Kunden ein zuverlässiges, konstant gutes Ergebnis abliefern.

Alleskönner GEA CRAFT-STAR™ für handwerkliche Spezialitätenbrauereien

Anders! CRAFT-STAR™
Seit Anfang 2016 braut Anders! mit dem GEA CRAFT-STAR™ in einer 3-Geräte-Ausführung.

„Für mittelgroße Spezialitätenbrauereien wie Anders! mit einer Chargengröße von 40 Hektolitern Heißwürze ist der CRAFT-STAR™ einfach ideal. Der Kunde hat sich für eine 3-Gefäße-Konfiguration mit Maischbottichpfanne, Läuterbottich und kombinierter Whirlpool-Würzpfanne entschieden, die fünf Sude innerhalb von 24 Stunden realisiert“, erklärt GEA Produktmanager Oliver Jakob. Der CRAFT-STAR™ wird als kompakte anschlussfertige Anlage mit Prozessverrohrung, Instrumenten und einer automatischen Steuerung generell in Kitzingen vormontiert und getestet. Er kann deshalb vor Ort in wenigen Tagen in Betrieb genommen werden. Anders! war von der schnellen Installation beeindruckt: Bereits vier bis fünf Wochen nach dem Aufbau testeten die Belgier den ersten Sud.

Bis zu 98 Prozent Extraktausbeute im Läuterbottich

Weiterer Pluspunkt ist die Extrakteffizienz des Sudwerks. Sie wird insbesondere durch die Leistungsfähigkeit der Schrotmühle und des Läuterbottichs bestimmt. Dort werden die festen Bestandteile der Maische – der Malztreber – von der Flüssigkeit, also der Würze, getrennt. „Wir erreichen 95 bis zu 97 Prozent für ein typisches Anders!-Bier“, ist Pieter de Bock sehr zufrieden. „Bei Starkbieren liegen wir natürlich etwas darunter, sind aber immer noch Spitze verglichen mit anderen Läuterbottichen.“

Hohe Hopfenausbeute sichern

Anders! Brouwerij hops
Anders! stellt mehr als 200 unterschiedliche Biere im Jahr her.

Auch der Grad der Hopfenausbeute stellte die Projektbeteiligten vor eine Herausforderung: Dieser ist bei den amerikanisch inspirierten stark gehopften IPA-Bieren, die bei Anders! sehr oft beauftragt sind, immens wichtig. Wie lässt sich der teure Rohstoff Hopfen also bestmöglich einsetzen? „Der CRAFT-STAR™ kombiniert den Whirlpool zur Trubabscheidung und die Würzepfanne in einem Gerät. Das ist im Grunde eine einfache Anlage, die aber von den GEA Ingenieuren so designt ist, dass sie hocheffizient kocht und möglichst wenig Würze verloren geht“, sagt Oliver Jakob. Ein Trubdamm hält den besonders bei stark gehopften Würzen kritischen Heißtrub zurück, sodass die wertvolle Würze bis zum letzten Tropfen bearbeitet werden kann. „Zusammen mit GEA haben wir das Beste aus der Anlage in Sachen Effizienz herausholen können“, ergänzt der Anders!-Braumeister. Insgesamt sei die neue Anlage zehn Prozent effizienter als die bisherige Ausrüstung.

Vielseitige Biere, vielseitiges Sudwerk

Für Anders! war entscheidend, dass die Technologie die Vielfältigkeit der Rezepturen auch umsetzen kann, die die Kunden einfordern. Wer heute spritzige Sommer-Weizen und morgen kräftige Double oder Triple braut, muss sich auf seine Technologie verlassen können. Das Prozessleitsystem kann die unterschiedlichen Rezepte perfekt wiedergeben – und zwar jederzeit, wann immer ein Kunde sein Rezept brauen lassen möchte.

Klären, Dosieren, Pasteurisieren und Karbonisieren im Kaltbereich

Anders! Karbonisierungsprozess
Auch im kalten Prozessbereich vertraut Anders! auf GEA Lösungen.

Jeder einzelne Prozessschritt im Brauvorgang kann erhebliche Auswirkungen auf Geschmack, Farbe, Schaumstabilität und Lagerung des Biers haben, daher vertraut Anders! auch im kalten Prozessbereich auf GEA Lösungen: Ein zentrales Schwenkbogenpanel leitet die Würze in die zylinderkonischen Gärtanks – ZKT sagt der Fachmann, die die Belgier in einem Größenmix von 40, 80 und 120 Hektoliter Kapazität passend zu einer bis drei Sudfolgen verwenden. Nach dem Gären wird die Hefe entfernt, entweder durch eine Zentrifuge gefiltert oder durch die feste Verrohrung abgeführt. Teil der Tankfarm sind auch die Drucktanks, in denen das fertige Bier bis zur Abfüllung lagert. Je nach Bedarf steuern die Brauer weitere Prozessskids zwischen Gär- und Lagertank an. Dazu gehören die Inline-Dosierung von Flüssigzucker und Hefe, wenn Anders! ein belgisches Bier in der Flasche nachgären lassen will. Um die Haltbarkeit des Craft Beer zu verlängern, kann ein Kurzzeiterhitzer GEA Eco Flash Pasteurizer zur Pasteurisierung eingeschaltet werden. Bei stark zuckerhaltigen Sorten wie Malzbier erhöht die Karbonisiereinheit den Kohlensäuregehalt, weil dort eine Nachgärung nicht nötig ist.

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