E-Scrub revolutioniert die Lackierung von Fahrzeugen

Zu Beginn der 90er Jahre waren die meisten Straßenfahrzeuge in klaren, leuchtenden Farben lackiert. Nach dieser Zeit wurde häufig in Silbergrau und Schwarz lackiert. Die Trendfarbe ist seit einiger Zeit Weiß; sie steht für Reinheit und Aufrichtigkeit. Der allerneuste Trend geht zu mattbraunen Lackfarben hin. Trendforschern zufolge kann für die nächsten Jahre erwartet werden, dass sich die Lackfarben wieder aufhellen und der Retro-Look der 70er Jahre wieder in Erscheinung tritt.

Doch unabhängig von der Farbe der Lackierung gilt, dass jedes Fahrzeug lackiert werden muss. Im Allgemeinen wird dies in den Fahrzeugbeschichtungsanlagen einer der zwei führenden Herstellern von Lackiereinrichtungen in der Welt durchgeführt. Eisenmann mit seinen Hauptstandorten in Böblingen und Holzgerlingen ist mit seinen Tochtergesellschaften auf der ganzen Welt einer dieser beiden Marktführer. Mit E-Scrub hat der führende internationale Systemanbieter nun einen Abscheidungsprozess entwickelt, der die Anwendung von Fahrzeuglackierungen revolutioniert.

Elektrostatik statt Wasser

Bisher wurden Fahrzeuge mit traditionellen Lösungen durch Aufsprühen des Oversprays lackiert - dem Lack, der auf die Karosserie aufgetragen wurde und sich gegen eine Wasserwand absetzte. Dieses Wasser unterliegt einer chemischen Koagulation und Auflösung und wird mit Filtern oder Dekantern in einer Wiedergewinnungsanordnung aufbereitet. Der Hauptnachteil dieser Methode ist der hohe Energieeinsatz. Ja nach Art des Lackaufbringungsprozesses und der Karosserieform macht Overspray nahezu 25 bis 35 Prozent der Gesamtlackierung aus. Dies ist eine erhebliche Menge. 

Mit E-Scrub hat die Eisenmann AG ein elektrostatisches Abscheidungssystem für Nasslack-Anwendungssysteme entwickelt, das eine extrem effiziente Alternative zu den herkömmlichen Abscheidungsprinzipien darstellt. Auf diese Weise können die CO2 Emissionen durch die Senkung der Energieanforderung reduziert werden. Auch der Wasserverbrauch sank dadurch um bis zu 86 Prozent, und der chemische Verbrauch um etwa 75 Prozent. Die Haupteinsparungen werden im Energieverbrauch mit Reduzierungen von bis zu 75 Prozent erreicht. Auch die Partikelemissionen konnten um den Faktor 35 gesenkt werden.

Der Prozess: das elektrostatische trockene Overspray-Abscheidungssystem befindet sich unter einer Gitterkonstruktion in der Zerstäubungsnebelkabine. Die Abscheidungsmodule bestehen aus Hochspannungsdrähten und Abscheidungsplatten, die mit einem dünnen Trennmittelfilm beschichtet sind. Die Hochspannungsdrähte ionisieren die Luftmoleküle in der Umgebung. Die Lackpartikel nehmen diese Aufladung beim Passieren auf und werden dann von der geerdeten Abscheidungsplatte angezogen. Dort werden die Lackpartikel gebunden und vom Trennmittel aufgelöst. Dann fließt das Trennmittel zusammen mit dem Overspray in einen Puffertank.

Zentrifugale Separationslösung für die Wertstoff-Separationsflüssigkeit

Und dies ist genau der Punkt, an dem die Technologie von GEA zum Einsatz kommt. Dies liegt daran, dass der Prozess der Separation des Wertstoffs und dieser Separationsflüssigkeit von den Lackpartikeln eine High-Tech-Separationslösung erforderlich macht. Aus diesem Grund setzte sich Eisenmann mit GEA in Verbindung und vereinbarte eine langfristige Zusammenarbeit zur Entwicklung des Prozesses. Zuerst entwarf GEA einen speziell modifizierten Dekanter mit einer Kapazität von einem Kubikmeter pro Stunde für den Labormaßstab und die Vorführinstallation von Eisenmann in Böblingen. Eisenmann war hoch zufrieden mit der Implementierung der Prozesstechnik; der hohe Wirkungsgrad in der Separation wurde erreicht, und auch der Betrieb lief zuverlässig

Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der Installation erhielt der Hersteller seinen ersten größeren Auftrag für den Einsatz von E-Scrub von einem bekannten deutschen Automobilhersteller, für den zwei Dekanter integriert wurden. Diese Dekanter sorgen zuverlässig dafür, dass das Trennmittel auf einem stabilen Niveau bleibt, recycelt wird, und auf Separationsplatten gesprüht werden kann - für das nächste Fahrzeug. Das trockene Overspray, das als Feststoff vom Dekanter ausgegeben wird, kann korrekt entsorgt werden. Dementsprechend bedeutet die Kombination von E-Scrub und Dekantern, dass Fahrzeuge in der Zukunft wesentlich energie- und umweltfreundlicher lackiert werden können, und gleichzeitig auch noch effizienter - mit den leuchtendsten Farben.

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