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Der intelligente Weg zur Milch

Eine durchschnittliche Holstein-Kuh wiegt mehr als 700 Kilogramm. Jährlich kann sie das bis zu Zwanzigfache ihres eigenen Körpergewichts an Milch produzieren. In zwei Melkgängen täglich liefert sie problemlos 50 Kilo Milch. Das ist sehr anstrengend – übrigens nicht nur für die Kuh. Das Euter einer Kuh ist ein komplexes, empfindliches und sehr großes Organ. Leer kann es bereits bis zu 25 Kilo wiegen; bei ihrem Gang in den Melkstand können daher vom Körper einer Kuh schon einmal bis zu 50 Kilo herabhängen.

Anders als die Milchdrüsen der meisten Säugetiere ist das Innere des Kuheuters viergeteilt – jedes Viertel hat eine Zitze. Die in einer Drüse produzierte Milch kann in kein anderes Viertel gelangen. Rechte und linke Seite des Euters sind durch ein Band voneinander getrennt; auch die vorderen und hinteren Viertel sind jeweils eigenständig. Ein herkömmliches Melkzeug behandelt das Euter beim Melken als Einheit – die Milch aus allen Vierteln wird direkt in einem Sammelstück zusammengeführt.

Das neue IQ-System von GEA Farm Technologies dagegen leitet die Milch der verschiedenen Viertel (IQ steht für „individual quarters“) getrennt voneinander ab. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit – doch die Realität sieht anders aus.

Ein einzigartiges Produkt

Tatsächlich ist das IQ Vierwege-Melkzeug ein einzigartiges Produkt. Als weltweit Erstes bietet es sowohl dem Landwirt als auch der Kuh viele Vorteile: Das Melken geht schneller und schonender vonstatten als mit herkömmlichem Equipment. Jedes Viertel des Euters lässt sich gleichmäßig ausmelken und durch effektive Isolierung verhindert das IQ-Verfahren Kreuzinfektionen von Viertel zu Viertel und beugt so Mastitis vor. Das kann die Produktivität der Kuh ebenso steigern wie die Qualität der Milch. Durch das IQ-Verfahren wird die Struktur der Milch mechanisch nicht belastet und ihr Keimgehalt minimiert.

In der Praxis hat sich das neue Melkzeug bereits bewährt. Auf einem Hightech-Hof im deutschen Ort Dorsten wird die Kuhherde mit dem IQ gemolken. Der Landwirt ist vor allem davon angetan, wie leicht das neue Melkzeug ist: „Durch das geringere Gewicht lässt es sich leichter tragen.“ Doch er schätzt auch die Geschwindigkeit, mit der sich die Melkbecher ansetzen lassen – „das dauert nur halb so lang wie bisher“, sagt er, „was aufgrund der vielen Geräte im Melkstand einen echten Effizienzgewinn ausmacht.“ Wegen der leichten Bedienbarkeit kann außerdem eine Person mehr Melkzeuge pro Stunde bedienen und somit mehr Kühe melken.

Das IQ kam im Spätsommer 2009 auf den Markt. Der Verkauf auf den europäischen Zielmärkten läuft bereits gut. Seit Februar 2010 ist das Produkt auch in Nordamerika zu haben. Es lohnt sich auch für relativ kleine Herden: Zu den ersten Anwendern zählte Thérèse Dalle, die auf ihrem Hof im Dorf Villeneuve sur Fere in der nordfranzösischen Picardie eine Herde von 65 Milchkühen hält. Sie ist vom IQ begeistert: „Es ist so leicht zu bedienen, dass man sein Gewicht kaum spürt. Das vereinfacht die Arbeit enorm.“ Das Melkzeug lässt sich nach ihren Worten so schnell und problemlos ansetzen, dass es ihr zwölfjähriger Sohn im Handumdrehen gelernt habe.

Das vom IQ repräsentierte Ausmaß technischer Innovation wurde von der Branche bereits weithin anerkannt. So gewann es auf der letzten EuroTier in Hannover (der weltweit größten Fachmesse für professionelle Tierhaltung) eine Silbermedaille; außerdem den Prince Philip Award 2009 der Royal Association of British Dairy Farmers, zu dessen Vergabekriterien Vorteile für den Milchsektor zählen. Die Krönung des Ganzen: Dirk Hejnal, Segment President von GEA Farm Technologies, nahm den Preis im November 2009 bei einer Zeremonie im Londoner Buckingham Palace aus der Hand von Seiner Königlichen Hoheit Prinz Philip, Duke of Edinburgh, persönlich entgegen.