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Saftige Trends

Betrachtet man die große Auswahl verschiedener Fruchtsäfte in den Supermarktregalen, könnte man auf die Idee kommen, dieses Produkt stehe schon seit Jahrhunderten zur Verfügung. Aber weit gefehlt: Fruchtsäfte können erst seit wenigen Jahrzehnten länger als ein paar Tage frisch gehalten werden.

Neue Verfahrenstechnik

Man sagt, eine Überproduktion von Orangen Anfang des 20. Jahrhunderts in Kalifornien sei die Geburtsstunde der heutigen Fruchtsaftindustrie gewesen. Damals, als fast die gesamte Ernte in Form fester Früchte verkauft werden musste und noch keine Kühlschränke in den Haushalten existierten, wussten die Obstbauern nicht, wie sie mit dem Überangebot an Früchten umgehen sollten. So standen sie vor der Entscheidung, möglicherweise 30 Prozent ihrer Baumbestände vernichten zu müssen. Glücklicherweise wurden zur selben Zeit die ersten Pasteurisierungstechniken entwickelt. So entstand die Idee, Saft aus den Früchten zu gewinnen und ihn mit der neuen Technik haltbar zu machen. Etwa zur gleichen Zeit wurde auch das nationale Schienennetz fertig gestellt, das viele Verbindungen zu den großen Städten und damit den kaufwilligen Verbrauchern in den USA herstellte. Eine neue Industrie war geboren.

Die USA haben ihre Position als bis dahin weltweit größter Orangensaftproduzent mittlerweile verloren, in den 1980er-Jahren wurden sie von Brasilien überholt. Auf Brasilien entfallen inzwischen 50 Prozent der globalen Gesamtproduktion, während die USA etwa 37 Prozent* beisteuern.

Weltweite Industrie

Zwar waren die Grundtechniken der Herstellung hochwertiger Fruchtsäfte schon lange bekannt. Aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Fruchtsaftindustrie weltweit so richtig in Fahrt. Und erst in den 1980er-Jahren begann man mit der Vermarktung der verblüffenden Vielfalt an exotischen Fruchtsäften wie sie heute im Supermarkt angeboten wird. Inzwischen kann der Verbraucher unbekannte Früchte aus allen Regionen der Welt in Form gekühlter Fruchtsaftgetränke genießen.

Der Orangensaft ist zwar nach wie vor unangefochten der weltweite Favorit unter den Fruchtsäften, aber die Fantasie der Saftproduzenten kennt keine Grenzen. Exotische Cocktails aus Früchten wie Papaya, Mango, Granatapfel oder Passionsfrucht in mindestens ebenso exotischen Verpackungen buhlen um unsere Aufmerksamkeit und versprechen dem anspruchsvollen Kunden gleichermaßen Gesundheit und Wohlbefinden.

Vorteile für die Gesundheit

So werden beispielsweise der Papaya besonders positive Qualitäten zugesprochen aufgrund ihres hohen Gehalts an Vitamin C, Magnesium, Lutein, Betakryptoxanthin und Betakarotin, die für eine gesunde Haut und starke Sehkraft sorgen und vor bestimmten Krebsarten schützen sollen. Preiselbeersaft soll bei Harnblasenentzündung Linderung verschaffen und die Bildung von Nieren- und Blasensteinen verhindern.

Granatapfelsaft unterstützt nachweislich die Stabilisierung des prostataspezifischen Antigens PSA bei Männern. Und man vermutet darüber hinaus, dass Granatapfelsaft die Herzdurchblutung bei ischämischen Herzkrankheiten verbessert.

Die Liste scheint endlos und das Schöne ist, dass Fruchtsäfte im Gegensatz zu vielen anderen gesunden Nahrungsmitteln auch noch besonders gut schmecken.

Saftige Trends

Bei diesen offensichtlichen Vorteilen für die Gesundheit erstaunt es nicht, dass sich Saftbars zunehmender Beliebtheit erfreuen. Inzwischen gibt es Franchisekonzepte für Unternehmer, die sich in diesem Markt ein Standbein aufbauen wollen. In den Haupteinkaufsstraßen und Einkaufszentren von Sydney bis New York werden in hell erleuchteten „Juice bars“ verführerische Cocktails aus praktisch allen Arten von Früchten kreiert.


In den letzten zehn Jahren haben Designergetränke wie Naked und Innocent (PepsiCo und Coca-Cola) den traditionellen Fruchtsaftmarkt aufgemischt. Die Unternehmen bringen zunehmend Smoothies, Fruchtshakes und andere Premium-Gesundheitsprodukte auf den Markt. Dieser äußerst profitable Sektor des Fruchtsaftmarktes richtet sich in erster Linie an gesundheitsbewusste und fitnessbegeisterte Kunden.

Mit zunehmendem Bewusstsein für eine gesunde Ernährung wird dieser Markt wohl auch der aktuellen Wirtschaftskrise trotzen können. Bevölkerungsstarke Schwellenländer wie China und Indien bieten ein enormes Marktpotenzial sowohl für die herkömmlichen als auch für Premium-Fruchtsaftprodukte.

Man sagt, Not mache erfinderisch. Aber als die ersten kalifornischen Orangenbauern eine Verwendung für ihr Überangebot suchten, hätten sie wohl kaum erwartet, dass es irgendwann Regale voller Vanille-, Bananen- und Acai Smoothies geben würde.

GEA Know-how für die Saftindustrie

Verschiedene Unternehmen der GEA Group bringen ihr Know-how in entscheidende Phasen der Zitrusfruchtentsaftung (Herstellung, Abfüllung und Kühlung) ein.

Führender Experte in der Getränketechnik ist das zum Segment GEA Mechanical Equipment gehörende Unternehmen GEA Westfalia Separator. GEA Westfalia Separator ist seit über 100 Jahren marktführend in der zentrifugalen Trenntechnik. Das Angebot an Separatoren, Dekantern und Membranfiltration verhilft den Saftherstellern zu höheren Produktausbeuten bei gleichbleibend hoher Qualität von Saft und Öl. GEA Hovex liefert Entsandungszyklone, welche die nachfolgenden Prozessstufen vor den erosiven Auswirkungen des Sandes schützen.

Die Gefriertrocknungstechnik des zu GEA Process Engineering gehörenden Unternehmens GEA Niro verbessert die Haltbarkeit und reduziert Lager- und Transportkosten. Die Verdampfungstechnik von GEA Wiegand (Extraktion von Wasser aus Feststoffen durch Wärmeenergie) wird zur Konzentrierung von Fruchtsäften eingesetzt. Durch Entaromatisierung des Rohsaftes vor der Verarbeitung in der Konzentratanlage und spätere Rückführung der Aromen lässt sich das ursprüngliche Aroma des Saftes nach Transport und Lagerung fast genauso wiederherstellen. Mit GEA Filtrationstechnik lassen sich CIP (Clean In Place)-Chemikalien zur Wiederverwendung im Produktionsprozess rückgewinnen. GEA Procomac ist Spezialist in der modernen Abfüll- und Verpackungstechnik. Dieses Unternehmen entwickelt, fertigt und wartet komplette Kaltabfüllanlagen zur aseptischen Abfüllung von Säften in PET-Flaschen. Zu den Kunden von GEA Procomac zählt beispielsweise Tropicana, einer der größten Safthersteller in den USA.

Und schließlich ist GEA Refrigeration Technologies an der Kühlung des Safts beteiligt. Das Produkt wird in „Juice Carriers“ transportiert, speziell entwickelten Tankschiffen, die bis zu einer halben Millionen Liter gekühlten Saft transportieren können.

* BBC News Channel Internetseite